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Altenpflege

Demenz: Tipps für pflegende Angehörige

Frau und ältere Frau spielen gemeinsam ein Brettspiel
am Mittwoch, 17.03.2021 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt, bedeutet das oft eine starke Belastung für die Angehörigen. Tipps zum besseren Umgang mit Demenzkranken.

Die Belastung, die eine Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen mit Demenz mit sich bringt, ist nicht zu unterschätzen. Die Pflege von dementen Familienmitgliedern ist enorm kräftezehrend. Gerade für pflegende Angehörige ist es daher sehr wichtig, sich selbst immer wieder eine Auszeit zu gönnen.

Mit zunehmender Demenz wird es immer schwerer werden, mit der Person, die an Demenz leidet, zu kommunizieren. Die Betroffenen können ihre Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle nicht mehr mitteilen. Keiner versteht sie mehr. Das kann zum einen zu Depressionen führen, zum anderen aber auch zu Aggressivität und Wut. Darunter leidet nicht nur der Pflegebedürftige, sondern auch der Pfleger.

Tipps zur Kommunikation mit einem Demenzkranken

  • Mit dem Betroffenen Blickkontakt herstellen und mit Namen ansprechen.
  • Langsam, deutlich und in kurzen Sätzen sprechen.
  • Ironische Bemerkungen vermeiden, denn der Demenzkranke versteht sie meist nicht.
  • Wichtige Informationen mehrmals wiederholen, etwa die Uhrzeit, zu der man zu einem Arzttermin oder Spaziergang aufbrechen möchte.
  • Diskussionen vermeiden.
  • Den Demenzkranken loben, wenn er etwas richtig gemacht hat und für Fehler nicht kritisieren.
  • Anschuldigungen und Vorwürfe nicht persönlich nehmen und möglichst ignorieren. Sie spiegeln meist nur Frustration und Hilflosigkeit wider.
  • Nicht mehr als zwei Angebote (z.B. beim Essen) zur Auswahl stellen. Zu viele Optionen verwirren Demenzkranke.

Weitere Tipps zum Umgang mit Demenzkranken

  • Erinnerungsstützen: Zettel mit Hinweisen, ein Buch mit Fotos und Namen
  • Wenn gewohnte Örtlichkeiten in der Wohnung/im Haus nicht mehr gefunden werden können, helfen entsprechende Orientierungshilfen. Sie sollen zur  Biographie des Betroffenen passend ausgewählt werden, zum Beispiel ein Herzmotiv für die Toilette.
  • Für den Betroffenen eher unangenehme Situationen können mit persönlichen Dingen, die der Betroffene früher gern mochte, beispielsweise Musik, Gedichte, Gerüche oder Bilder angenehmer gestaltet werden.
  • Der Umgang mit Demenz fällt Betroffenen leichter, wenn sie ihren Tag gut strukturieren.
  • Demenzkranke sollten regelmäßig ans Trinken und Essen erinnert werden. Wenig ausgewogene Ernährung und Dehydrierung verschlechtern die Demenz.
  • Wichtig ist zudem, dass der Demenzkranke möglichst mobil und aktiv bleibt: Regelmäßige Treffen mit Freunden, Ausflüge und Hobbies, die man schon vor der Erkrankung gepflegt hat.

Schulung und Erholung für pflegende Angehörige

Speziell für pflegende Angehörige bietet die landwirtschaftliche Sozialversicherung eine „Trainings- und Erholungswoche“ an. Die Kurse der SVLFG bieten eine praktische Anleitung zur gesundheitsschonenden Pflege und darüber hinaus Entspannung und Erfahrungsaustausch. Außerdem übernimmt die SVLFG die Kosten für die Teilnahme an Pflegekursen.

Mehr Informationen dazu finden Sie bei den Schulungsangeboten der SVLFG.

Wer hat Anspruch auf die Pflegeberatung?

Jeder Pflegebedürftige und dessen Pflegepersonen haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung durch ihre Pflegekasse. Dort werden pflegende Angehörige eingehend zu allen Entlastungsmöglichkeiten informiert. Je nach häuslicher Situation können passende Entlastungsmöglichkeiten gefunden werden. Das kann zum Beispiel ein ambulanter Pflegedienst sein, eine Tagespflege, eine Kurzzeitpflege oder ein Besuchsdienst.

Mit Material von SLVFG

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