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Verbraucherumfrage

Deutsche achten auf Herkunft und sorgen sich um Ernährungsrisiken

Einkauf im Supermarkt
am
07.06.2019
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Laut einer Umfrage im Auftrag der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA schauen 60 Prozent der Deutschen beim Einkauf zuerst auf die Herkunft und erst dann auf den Preis. Zwei Drittel geben an, wegen möglicher Risiken ihr Konsumverhalten geändert zu haben.

Die Herkunft von Lebensmitteln ist den Deutschen laut einer am Freitag (7. Juni) veröffentlichten EU-weiten Umfrage wichtiger als der Preis. Gut 60 Prozent der befragten Bundesbürger gaben an, der Ursprung sei ihr entscheidendes Auswahlkriterium im Supermarkt, den Preis nannten nur knapp 40 Prozent als wichtigste Entscheidungshilfe.

EU-weit lagen beide Kaufentscheidkriterien bei gut 50 Prozent (Mehrfachnennungen waren möglich).

Umwelt- und Tierschutz spielen hier eine wichtige Rolle

Zwar sind sind den Deutschen laut der vorliegenden Umfrage ethische Bedenken wie Haltungsform oder Umweltschutz weniger wichtig als Herkunft und Preis. Hier gab nur etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) an, beim Kauf darauf zu achten.

Im Durchschnitt der Europäischen Union lag dieser Wert mit 19 Prozent allerdings noch weit niedriger.

Mehr Sorge als Genuss

Die Erhebung zeigte auch, dass jeder zweite Deutsche sich Gedanken um Ernährungsrisiken macht. Auch hier liegen wir deutlich über dem EU-Schnitt von 41 Prozent.

Wegen angeblicher Hormon-, Antibiotika- oder Steroidbelastung im Fleisch sorgen sich sogar fast zwei Drittel der Deutschen. Und mehr 40 Prozent befürchten Pflanzenschutzmittelrückstände oder Schadstoffe in den Produkten.

Der Geschmack dagegen ist den Deutschen weniger wichtig als der Gesamt-EU: Hier gaben nur 44 Prozent der Bundesbürger an, zuerst darauf zu achten (EU: 49 Prozent).

Ängste verändern Konsumverhalten

Gefragt wurde auch nach den Informationsquellen. Danach bezieht eine breite Mehrheit der Deutschen (65 Prozent) ihr Wissen über mögliche Lebensmittelrisiken aus dem Fernsehen. Etwa die Hälfte greift auf das Internet zurück.

Meldungen über die Risiken haben der Studie zufolge einen hohen Einfluss auf das Konsumverhalten. Drei von vier befragten Deutschen gaben an, dadurch ihre Gewohnheiten geändert zu haben.

Gut 1.500 Deutsche befragt

Die Studie wurde vom 9. bis zum 26. April 2019 im Auftrag der EFSA von der Kantar Group durchgeführt. Insgesamt wurden 27.655 Menschen verschiedener sozialer und Altersgruppen in den 28 EU-Staaten befragt. In Deutschland nahmen 1.539 Personen an der Umfrage teil. Die Interviews wurden bei den Teilnehmern zu Hause in deren Muttersprache durchgeführt.

Es handelte sich um die erste EU-weite Studie dieser Art seit 2010.

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