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Wirtschaft

Deutsche Agrarexporte sinken um knapp fünf Prozent

Externer Autor
am
01.03.2010

Berlin - Die Ausfuhren der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft sind im vergangenen Jahr gegenüber 2008 um 4,8 Prozent auf 47,2 Milliarden Euro zurückgegangen.

Darauf hat die "German Export Association for Food and Agriproducts" (GEFA) unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes aufmerksam gemacht. Die Exporteure des Sektors zeigten sich damit relativ krisenfest, denn die Gesamtausfuhren Deutschlands sanken 2009 schätzungsweise um 18 Prozent. Einbußen in solcher Größenordnung hatten die Agrarlieferanten aus der Bundesrepublik nur auf wenigen Märkten zu verzeichnen. So fielen die agrar- und ernährungswirtschaftlichen Ausfuhren nach Russland um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Die wichtigsten Bestimmungsländer lagen in der Europäischen Union. In die übrigen EU-Mitgliedstaaten lieferten die deutschen Exporteure rund 80 Prozent ihrer Güter.

Der Binnenmarkt erwies sich damit als stabilisierender Faktor, denn der Rückgang der Exporte fiel hier mit einem Minus von 4,5 Prozent etwas geringer aus als im Durchschnitt. Entsprechend stärkere Abstriche mussten auf den Drittlandsmärkten mit einer mittleren Abnahme von sechs Prozent gemacht werden. Deutschland ist hinter den Vereinigten Staaten und den Niederlanden die drittgrößte Exportnation im Agrar- und Ernährungsbereich. Bei den Importen nimmt Deutschland hinter den USA sogar Rang zwei ein.

Überdurchschnittliche Einbußen im Milchsektor

Starke Einbußen - zumindest beim Wert der Exporte - hatte im vergangenen die deutsche Milchwirtschaft zu verzeichnen. Hier registrierte die GEFA einen Rückgang der Exporte um 14,9 Prozent auf etwa 6,1 Milliarden Euro, wobei Verflechtungen im Binnenmarkt - beispielsweise durch Reexporte - mit berücksichtigt wurden. Der Milchindustrie-Verband (MIV) setzt hingegen auf Basis des Auslandsumsatzes der mittelständischen und großen Molkereien für 2009 den Ausfuhrwert bei 4,2 Milliarden Euro an, konstatiert bei einem Minus gegenüber dem Vorjahr von 13 Prozent aber ähnliche Marktentwicklungen. Der Rückgang war vor allem auf die gesunkenen Milchpreise zurückzuführen.

Rückgang in fast allen Bereichen

Der deutsche Bierexport ging 2009 laut GEFA-Angaben um 9,9 Prozent auf 831 Millionen Euro zurück. In ähnlicher Größenordnung sanken die Ausfuhren an Obst und Gemüse sowie an Weizen, und zwar um 8,7 Prozent beziehungsweise 8,1 Prozent. Für die Weinbranche wurde ein Exportminus von 5,3 Prozent gemeldet; bei Backwaren schlug ein Rückgang von 3,1 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zu Buche. Dagegen blieben die Süßwarenexporte mit einer nur leichten Abnahme um 0,7 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro fast konstant.

Gegen den Trend wachsen konnte die Auslandsvermarktung von Fleisch und Fleischwaren, und zwar um 1,3 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Bei den Ausfuhren lebender Tiere wurde ein Plus von 19,5 Prozent auf 858 Millionen Euro verzeichnet, was insbesondere auf die hohen Zuwächse bei Schweinen und Hausgeflügel von 48 Prozent beziehungsweise 25 Prozent basierte. Ebenfalls zweistellig legte der Rinderexport zu, und zwar um 12 Prozent. (AgE)

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