Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Gesperrter Bahnübergang

Deutsche Bahn sperrt Landwirte von ihren Flächen aus

Gesperrter Bahnübergang
am Freitag, 24.04.2020 - 10:59 (1 Kommentar)

Aus personellen Gründen macht die Bahn bei Göttingen einen Übergang dicht – und fünf Landwirte können nicht mehr auf ihre Äcker.

Es ist ein Stück wie aus dem Tollhaus: Weil die Deutsche Bahn eine vom Blitz zerstörte Schrankenanlage nicht repariert bekommt und ihr das Personal für eine Handbedienung fehlt, kommen fünf Landwirte im Landkreis Göttingen nicht mehr auf ihre teils bereits bestellten Äcker. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Schadenersatz auch nicht.

Blitz legte Schranke lahm

Im Sommer vergangenen Jahres schlug der Blitz in eine Schrankenanlage am Bahnübergang in Klein Schneen, wenige Kilometer südlich von Göttingen. Aus Sicherheitsgründen blieben die Schranken des mehr als 80 Jahre alten Übergangs von da an gesperrt.

Allerdings stellte die Bahn bei Bedarf einen Mitarbeiter ab, der die Schranken manuell öffnete – immer dann zum Beispiel, wenn Landwirte aus dem Ort auf ihre hinter der Bahnstrecke liegenden Felder mussten.

Kein Personal mehr

Doch damit ist nun Schluss. Aus Personalmangel verrammelte die Bahn den Übergang nun endgültig mit einem Bauzaun. Für die betroffenen Landwirte heißt das, dass ihnen der Zugang zu ihren Äckern verwehrt bleibt, denn eine praktikable Alternative zum geschlossenen Bahnübergang gibt es nicht. Düngen und Maislegen stünden an, aber daraus wird in diesem Jahr wohl nichts. Gut 23 ha sind unzugänglich für die Bearbeitung.

Die Klein Schneener Bauern und das Landvolk Niedersachsen äußerten sich empört über die Maßnahme der Deutschen Bahn.

Kein Schadenersatz bei "höherer Gewalt"

Ein Ende der Sperrung ist dabei nicht absehbar. Aus wirtschaftlichen Gründen wird die Bahn wohl weder die Anlage zeitnah reparieren, noch Mitarbeiter zur Handbedienung bereitstellen.

Und auch einen Schadenersatz dürfen die Landwirte nicht erwarten. Laut NDR beruft sich die Deutsche Bahn auf höhere Gewalt, da ein Blitzschlag für den Defekt der Schranken verantwortlich sei. Und in diesem Fall sei die Bahn nicht regresspflichtig.

Die betroffenen Landwirte erwägen nun, gerichtlich gegen die Bahn vorzugehen.

Mit Material von ndr.de
Das agrarheute Magazin
Aktuelles Heft Juli 2020
Schnupper-Angebot Alle Aboangebote

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...