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Wirtschaft

Deutsche Mischfutterproduktion ist gesunken

Externer Autor ,
am
15.10.2009

Hannover - Die deutschen Mischfutterhersteller haben ihre Produktion im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 08/09 (Juli bis Juni) deutlich gedrosselt.

© agrarfoto

Und das, obwohl die Rohstoffpreise gegenüber dem Jahr 07/08 zum Teil deutlich zurückgegangen sind, zitiert der Landvolk-Pressedienst Angaben des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT).

Demnach haben die deutschen Mischfutterwerke 2008/09 insgesamt knapp 21,18 Millionen Tonnen (t) Futter ausgestoßen, das waren rund 3,2 Prozent weniger als im Wirtschaftsjahr zuvor. Besonders deutlich nahm die Herstellung von Mischfutter für Rinder ab, und zwar um 5,9 Prozent auf 6,03 Millionen Tonnen. Kräftig zurückgegangen ist auch die Herstellung von Leghennenfutter, mit 2,02 Millionen Tonnen wurde das Produktionsniveau von 2007/08 um 4,8 Prozent unterschritten.

Dagegen nahm die Produktion in der mengenmäßig wichtigsten Sparte, dem Schweinemischfutter, nur um 1,8 Prozent auf 9,01 Millionen Tonnen ab. Ebenfalls moderat sank die Produktion von Futter für Mastgeflügel, und zwar um 0,5 Prozent auf 3,26 Millionen Tonnen. Die Herstellung sonstiger Mischfutterarten, darunter auch Milchaustauscher für Kälber und Pferdefutter, wurde gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2007/08 um 3,47 Prozent auf rund 0,86 Millionen Tonnen gedrosselt.

Schweinehalter: Können Produktionsniveau halten

Die relativ moderate Abnahme der Schweinefutterproduktion werten Marktkenner als erfreulich, da sie dies als einen Hinweis darauf deuten, dass die deutschen Schweinehalter ihr mittlerweile erreichtes Produktionsniveau halten können. Allerdings stößt der Absatz von Schweinemischfutter nach dem kräftigen Wachstum der vergangenen Jahre nun wohl an Grenzen.

Legehennen: Mischfutterproduzenten rechnen nicht mit positiven Signalen

Dagegen hatten die Hersteller den Ausstoß von Mischfutter für Legehennen reduziert, da sie nach dem Verbot der klassischen Käfighaltung und der nachfolgenden Umstellung der Haltungssysteme sowie damit verbundener Betriebsaufgaben mit einem kräftigen Nachfragerückgang gerechnet hatten. Auch für das laufende Wirtschaftsjahr rechnen die Mischfutterproduzenten dementsprechend nicht mit positiven Signalen in diesem Produktionssegment.

Milchviehhalter: Kraftfuttereinsatz gedrosselt

Die deutschen Milchviehhalter hatten ihren Kraftfuttereinsatz in der Fütterung bereits in 2008 deutlich gedrosselt. Der DVT führte dies zum einen auf die stark gesunkenen Milchpreise und zum anderen auf hervorragende hofeigene Futtergrundlagen zurück. In diesem Jahr hält die schwierige Situation der Milchviehhalter immer noch an, gleichzeitig verfüttern viele Landwirte ihre hohe Getreideernte lieber direkt auf dem Betrieb, als sie zu den derzeit niedrigen Preisen zu verkaufen. Dabei hat die Branche aufgrund der seit Mitte des Jahres 2008 gesunkenen Rohstoffkosten auch die Futtermittelpreise deutlich gesenkt. Und sie bleibt nach wie vor der bedeutendste Verarbeiter von Getreide. Im Wirtschaftsjahr 2008/09 sind mehr als 9,9 Millionen Tonnen Getreide in den Rezepturen verarbeitet worden, der Getreideanteil in den Mischungen stieg auf 46,6 Prozent. (lpd)


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