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Umwelt

Deutscher Hitzesommer: Das sind die Schattenseiten

von , am
07.08.2015

Heißer als Mallorca - Der deutsche Sommer gibt dieses Jahr alles. Doch die anhaltende Hitze macht Pflanze, Tier und Mensch zu schaffen. Ein Überblick über die bundesweiten Auswirkungen des Hitzesommers.

Die anhaltende Trockenheit setzt dem Mais zu. © Mühlhausen/landpixel
Vielerorts ist es nicht nur heiß, sondern es hat auch viel zu wenig geregnet. Die Bauern sehnen in vielen Regionen sehnsüchtig Regen herbei. In Hessen, Thüringen und anderen Bundesländern werden aufgrund der Trockenheit voraussichtlich geringere Erträge als in den letzten Jahren eingefahren. Zudem droht jeder dritte im Frühjahr frisch gepflanzte Baum zu vertrocknen - heißt es zumindest über die Wälder in Hessen. Auch ausgewachsene Bäume haben Probleme und werden anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

Hitze belastet Organismus

Für den menschlichen Organismus ist Hitze eine Riesenbelastung. Das Herz leiste Schwerarbeit, und zwar Tag und Nacht, sagt Medizinmeteorologin Angelika Grätz vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Um den Körper zu kühlen, wird Schweiß produziert und auf die Haut geleitet. Dort verdunstet er und sorgt für Kühlung. Ohne Wind - wenn die Luft steht - fließt er in Strömen am Körper hinunter, die Kühlung funktioniert dann nicht. Ein Kreislaufkollaps droht. Grätz rät, bei Hitze mindestens doppelt so viel zu trinken wie sonst. Um das Herz nicht zu überfordern, sollte man sich langsam bewegen.
 

Wespenplage

Sie werden im Spätsommer lästig, und in diesem Jahr gibt es wegen der Wärme besonders viele der schwarz-gelben Insekten. Wenn die Entwicklung der Brut abgeschlossen ist und die Arbeiterinnen keine Larven mehr füttern müssen, kommen sie Menschen besonders nah. Sie fliegen dann auf Süßes. Angst vor Stichen ist aus Sicht von Experten aber eigentlich unbegründet: Wespen verfolgten immer eine Abwehr- und nie eine Angriffsstrategie. Stiche sind in der Regel ungefährlich, falls keine Allergie vorliegt. In diesem Fall aber können schwere Reaktionen bis zur Bewusstlosigkeit auftreten, so dass der Notarzt gerufen werden muss.
 

Algenpest in Badeseen

Mit den steigenden Wassertemperaturen wachsen in vielen Badeseen Algen besonders stark und verwandeln das Wasser in eine schleimige Brühe. Im Buga-See in Kassel etwa ist deshalb das Baden verboten. Bestimmte Blaualgen können nach Angaben der Stadt Giftstoffe enthalten. Hautreizungen und im Einzelfall auch ernste Gesundheitsprobleme seien möglich. Auch an einigen Seen in Schleswig-Holstein trüben Blaualgen und Saugwürmer das Badevergnügen.
 

Hagel droht im Südwesten und Sachsen

Hitze ist eine Bedingung für schwere Unwetter. Tennisballgroß können Hagelkörner werden, die sich in Gewitterwolken bilden. Hagel entsteht laut DWD, wenn in Gewitterwolken heftige Aufwinde kleine Wassertröpfchen nach oben wirbeln. Dort gefrieren sie zu Eis und fallen abwärts. Dann geht es im Aufwind wieder retour nach oben, die kleinen Eiskörnchen nehmen Wassertröpfchen mit, die dann die zweite Eisschicht bilden. Wenn der Aufwind die Hagelkörner nicht mehr tragen kann, fallen sie zu Boden. Schwerpunktregionen für Hagel sind laut DWD der "Südwesten, Sachsen, das Erzgebirge und Berlin".
 

Wald- und Feldbrände

Hitze und Trockenheit haben die Waldbrandgefahr fast überall in Deutschland dramatisch verschärft: Für Freitag rief der DWD in Teilen des Südens und Ostens die höchste Gefahrenstufe aus, anderswo galt die zweithöchste Gefahrenstufe. Auch auf Wiesen und Feldern besteht Brandgefahr. "Beim Grasbrand sind ungemähte Grasflächen mit verdorrten Grasresten gefährdet", sagte eine DWD-Expertin. Schon ein Funke könne reichen, um eine solche Fläche zu entzünden.
 
 
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