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Wirtschaft

Deutschland: Agrarexport um knapp sieben Prozent gestiegen

Externer Autor ,
am
23.08.2010

Berlin - Deutschlands Defizit im Außenhandel mit Gütern der Land- und Ernährungswirtschaft hat sich im bisherigen Jahresverlauf leicht verringert. Ausschlaggebend war das starke Wachstum der milchwirtschaftlichen Ausfuhren.

Wie aus vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, stiegen die Agrarausfuhren von Januar bis Juni 2010 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,9 Prozent auf 24,59 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhte sich der Wert der Importe lediglich um 3,6 Prozent auf 29,17 Milliarden Euro. Das Außenhandelsdefizit sank damit um fast eine Milliarde Euro auf 4,58 Milliarden Euro.

So steuert die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr wieder auf mehr als 50 Milliarden Euro an Exportwert im Agrar- und Ernährungsbereich zu. Weil die endgültigen Außenhandelszahlen in der Regel gegenüber den vorläufigen Daten deutlich nach oben korrigiert werden, dürfte diese Marke aller Voraussicht nach klar genommen werden.

Überdurchschnittlicher Zuwachs bei Käse-, Butter- und Frischprodukten

Ausschlaggebend für die dynamische Entwicklung im ersten Halbjahr ist der milchwirtschaftliche Export mit überdurchschnittlichen Zuwachsraten bei den Käse-, Butter- und Frischproduktelieferungen.

Fleischexport: Auf hohem Niveau gefestigt

Auf hohem Niveau gefestigt hat sich der Fleischexport, der im ersten Halbjahr wertmäßig um 2,4 Prozent auf 3,59 Milliarden Euro und damit unterdurchschnittlich wuchs. Zu bedenken ist dabei, dass sich die Exporte an Fleisch und Fleischwaren während der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr relativ stabil gezeigt hatten, andere Sparten wie die Milchwirtschaft dagegen schon wegen des Preisverfalls an den Märkten deutliche Abstriche machen mussten.

Aufschwung am Milchmarkt

Im einzelnen stiegen die Käseausfuhren Deutschlands im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 13,0 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro, während die Butterexporte ausgehend von niedrigem Niveau um fast zwei Drittel auf 184 Millionen Euro kletterten. Andere Milchprodukte wurden im Wert von 1,89 Milliarden Euro exportiert, das waren 16 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009. Auch die milchwirtschaftlichen Importe legten - vor allem preisbedingt - teilweise kräftig zu, allerdings weniger stark als die Ausfuhren.

Import: Fleisch und Fleischwaren im Wert von 2,71 Milliarden Euro eingeführt

Auf der Einfuhrseite schlugen in Deutschlands Agrarhandelsbilanz zudem

  • Fleisch und Fleischwaren mit einem Wert von 2,71 Milliarden Euro stark zu Buche,
  • Backwaren mit 1,09 Milliarden Euro,
  • Frischgemüse mit knapp zwei Milliarden Euro und
  • Südfrüchte mit mehr als einer Milliarde Euro.

Niederlande: Wichtigster Handeslpartner Deutschlands

Wichtigster Partner Deutschlands blieben die Niederlande, wobei sich Deutschlands Agraraußenhandelsdefizit hier leicht vergrößerte. Während die land- und ernährungswirtschaftlichen Exporte der Holländer in die Bundesrepublik um 8,6 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro zulegten, wuchsen Deutschlands Ausfuhren um 7,9 Prozent auf 3,33 Milliarden Euro. Mehr als jeden sechsten Euro im Deutschland-Export verdienten die Niederländer mit Zierpflanzen, wo im Berichtszeitraum ein Plus von 12,9 Prozent auf einen vorläufigen Ausfuhrwert von 1,02 Milliarden Euro registriert wurde.

Zweitgrößter Posten blieb für die Holländer der Fleischexport mit einem Zuwachs von gut fünf Prozent auf 544 Millionen Euro. Die Käseausfuhren der Niederlande nach Deutschland stiegen wertmäßig um 14 Prozent auf 385 Millionen Euro. Im Gegenzug erhöhten sich die Käselieferungen der Bundesrepublik ins Nachbarland um 36 Prozent auf 159 Millionen Euro. Die Fleischexporte Deutschlands nach Holland wuchsen wertmäßig um mehr als vier Prozent auf 492 Millionen Euro.

Österreicher machen Boden gut

Deutlich aufgeholt hat Österreich im Agrarhandel über die Alpen. Während die Ausfuhren Deutschlands in das Nachbarland lediglich um 1,7 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro stiegen, kletterten die österreichischen Exporte wertmäßig um 10,7 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro. Wichtigste Güter der Österreicher blieben dabei Milch- und Fleischprodukte sowie Backwaren.

Italien: Güsteraustausch nahezu ausgeglichen

Nahezu ausgeglichen ist der Güteraustausch Deutschlands mit den Italienern. Während Deutschlands Ausfuhren der Land- und Ernährungswirtschaft im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro zulegten, erhöhte sich andererseits der Importwert vom Apennin um 2,6 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro.

Frankreich: Importe sinken

Einbußen mussten hingegen die Franzosen verbuchen, da ihre Agrarlieferungen über den Rhein zuletzt um ein Prozent auf einen Wert von 2,53 Milliarden Euro sanken. Dabei verringerten sich die Käseexporte um knapp drei Prozent auf 281 Millionen Euro. Andererseits erhöhten sich die deutschen Ausfuhren nach Frankreich insgesamt um 4,6 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. (AgE)

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