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Klimaschutz

Deutschland hat 2019 deutlich weniger CO2 erzeugt

Windpark in Norddeutschland
am Dienstag, 07.01.2020 - 15:23 (Jetzt kommentieren)

Deutschland hat 2019 seinen CO2-Ausstoß überraschend stark gesenkt. Das lag vor allem an der Energieerzeugung. Sonne und Wind haben sich besser rentiert.

Der Kohlendioxid-Ausstoß in Deutschland ist im Jahr 2019 überraschend stark gesunken. Das meldet die Denkfabrik "Agora Energiewende".

Über 50 Mio. Tonnen (rund 35 Prozent) betrug die CO2-Reduzierung im Vergleich zum Ausstoß von 1990. Damit sei das Klimaziel einer Einsparung von 40 Prozent bis 2020 plötzlich wieder in greifbare Nähe gerückt, erklärt Agora.

Erneuerbare auf Rekordniveau

Verantwortlich für diese Entwicklung sei allerdings ausschließlich die Energieproduktion.

Erneuerbare Energien haben im vergangenen Jahr rund 42,6 Prozent der hiesigen Energieerzeugung abgedeckt. Das sind knapp fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die überdurchschnittlich zahlreichen Sonnenstunden vor allem im Februar, April und Juni sowie die gute Windsituation dürften dabei eine wichtige Rolle gespielt haben.

Die CO2-intensive Verstromung von fossilen Brennstoff ging hingegen zurück.

Leistungen von Kohlekraftwerken gedrosselt

Hauptursache für diese Entwicklung seien laut Agora die Kosten durch den Emissionshandel. Das habe dazu geführt, dass Kohlekraftwerke ihre Produktion wegen schlechter Rentabilität an vielen Stunden des vergangenen Jahres drosselten. Steinkohlekraftwerke erzeugten 2019 rund 31 Prozent und Braunkohlekraftwerke 22 Prozent weniger Strom als im Vorjahr.

Gebäude und Verkehr emittierten mehr CO2

Anders sah es bei den Emissionen aus Gebäudebewirtschaftung und Verkehr aus. Dort wurden mehr Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel als im Vorjahr verbraucht. Das machte die Emissionsminderungen im Stromsystem zum Teil zunichte.

Im Straßenverkehr trügen, so Agora, vor allem schwere Fahrzeuge wie SUVs verstärkt zur CO2-Ausschüttung bei.

Graichen: Mehr Erneuerbare zubauen!

Trotz der Annäherung an das Klimaziel 2020 bremst Agora Energiewende-Direktor Dr. Patrick Graichen den Optimismus: „Es besteht die Gefahr, dass – nach dem Rückgang der Emissionen in den vergangenen beiden Jahren – im Zeitraum 2020 bis 2022 wieder ein Anstieg folgt. Wir müssen mehr Erneuerbare Energien zubauen, um den Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 auszugleichen und auch genügend Strom für Elektroautos und Wärmepumpen zu erzeugen.“

Vor allem Windenergie an Land wächst zu langsam

Für 2020 prognostiziert Agora Energiewende unter anderem, dass sich die Lage der Windenergie an Land kaum verbessern wird.

Der Zubau dürfte sich wie schon 2019 im Bereich von einem Gigawatt bewegen, während bei der Solarenergie ein Zubau von vier Gigawatt und damit ein ähnliches Niveau wie 2019 erwartet wird. Die Windenergie auf See wird sich 2020 aufgrund der Inbetriebnahme neuer Windparks im zweiten Halbjahr 2019 und ersten Halbjahr 2020 voraussichtlich weiter steigern.

Über Agora Energiewende

"Agora Energiewende" ist eine Denkfabrik, die nach mehrheitsfähigen Lösungen beim Umstieg auf alternative Energien sucht. Die Organisation vergibt Forschungsprojekte an verschiedene Institutionen und erstellt eigene Studien und Analsyen.

Finanziert wird das Projekt durch die Stiftung Mercator und die European Climate Foundation (ECF).

Mit Material von Agora Windenergie, Wikipedia

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