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Kommentar

DEVK entschuldigt sich halbherzig für Spendenaufruf

DEVK-Schild
© imago/Horst Galuschka
von , am
10.11.2017

Bauer Willi hat bei der DEVK gegen die Spendenaktion zugunsten von Animal Equality interveniert. Den Antwortbrief lässt er als Entschuldigung gelten.
agrarheute-Redakteurin Sabine Leopold sieht das anders: Das scheinbare Einsehen hat keine weiteren Konsequenzen. Stattdessen bleibt der Spendenaufruf im O-Ton stehen.

Bauer Willi hat – wie viele andere in den vergangenen Tagen auch – bei der DEVK wegen der fragwürdigen Spendensammelaktion für Animal Equality interveniert. Den Brief, den er als Antwort erhielt, sieht er als angemessene Entschuldigung.

Und tatsächlich klingt es auf den ersten Blick versöhnlich, was da steht: Man habe sich für Tierschutz engagieren, dabei aber keinesfalls ideologische oder politische Positionen verbreiten wollen. Über die Methodik von Animal Equality habe man sich im Vorfeld leider nicht informiert. Man entschuldige sich daher aufrichtig bei Landwirten, Jägern und Anglern für die unzulängliche Recherche und die vorschnelle Veröffentlichung.
Bauer Willi kommentiert das mit Achtung vor der inneren Größe, Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen.

agrarheute-Redakteurin fordert Stopp der Spendenaktion

Bei allem Respekt: Ich sehe das anders. Eine echte Entschuldigung wäre es gewesen, die Spendenaktion zu stoppen oder zumindest ihren fragwürdigen, im O-Ton von der Tierrechtler-Organisation übernommenen Text zu bearbeiten. Dort ist aber noch immer von grausamen Zuständen in der Tierindustrie die Rede und davon, dass die Tierausbeutung in Mastbetrieben endlich gestoppt werden müsse.

Mit anderen Worten: Gegenüber der Bauern- und Jägerschaft hat die Presseabteilung der DEVK offenbar Kreide gefressen. Man will sich's mit den Kunden aus diesen Bevölkerungsteilen nicht verderben, immerhin drohen Kündigungen lukrativer Verträge.

DEVK sammelt weiter Spenden

Für Betrachter außerhalb der Landwirtschaft aber bleibt alles beim alten: Auf den Facebook- und Internetauftritten eines der größten deutschen Versicherer steht unverändert, dass Nutztierhaltung grausam sei. Und noch immer bittet die DEVK dort um Spenden für eine Organisation, die Jäger, Landwirte, Angler, Pferdehalter, Zirkus- und Zoobetreiber gleichermaßen an den Pranger stellt, jegliche Form der Tierhaltung ablehnt und – der Name Animal Equality verrät es – gleiche Rechte für Tiere und Menschen fordert.

Das zu ändern, liebe DEVK, wäre eine aufrichtige Entschuldigung gewesen! 

Nachtrag: Wenige Stunden, nachdem dieser Beitrag erschienen war, hat die DEVK den Spendenaufruf doch von ihrer Internetseite genommen. Wir bedanken uns im Namen der Landwirtschaft.

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