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Politik international

Dioxin: EU-Abgeordnete fordern Hilfen für Landwirte

von , am
19.01.2011

Straßburg - Die Landwirte sind die größten Leidtragenden der Dioxinfunde in Deutschland. Die Gesundheit des Verbrauchers sei hingegen bisher kaum in Gefahr, erklärte der Europa-Abgeordnete Peter Liese (CDU) im EU-Parlament.

Das Europäische Parlament. © Mühlhausen/landpixel

Die gefundenen Dioxinmengen in Lebensmitteln lägen nur um das 4-fache über dem erlaubten Grenzwert. Eine Gefahr für die Gesundheit bestehe aber erst ab einer 100-fachen Überschreitung des Grenzwerts, berichtete der Allgemeinmediziner Liese. Die Dioxinfunde in Belgien hätten den Verbraucher vor einigen Jahren deutlich stärker belastet.

Um kriminelle Handlungen zur erschweren, sprach sich eine Mehrheit der Parlamentarier in der Debatte für eine Trennung von Futterfetten und technischen Fetten aus. Private Kontrollen sollten zudem durch staatliche ersetzt werden. Britta Reimers (FDP) sieht die Krise vor dem Hintergrund eines enormen Preisdrucks, unter dem die Agrarbranche stehe. Nur höhere Lebensmittelpreise können nach ihrer Ansicht solche Krisen verhindern.

Landwirte unter Preisdruck 

Die österreichische Abgeordnete Elisabeth Köstinger (ÖVP) forderte Hilfen für die Landwirte, denen nicht nur die Schweinefleischpreise eingebrochen seien. Landwirte müssten zudem seit der Krise höherer Preise für Futtermittel zahlen, beklagte Köstinger. Verschiedene Parlamentarier kritisierten zudem eine zu industrialisierte Landwirtschaft und wünschten sich eine ausschließliche Futtergewinnung von Äckern und Wiesen. (aiz)

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