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Ernährung und Gesundheit

Dioxin: Das sagen die agrarheute.com-Leser

Externer Autor ,
am
12.01.2011

München - Dioxin in Futtermitteln, gesperrte Höfe, belastetes Schweinefleisch - die Schlagzeilen reißen nicht ab. Doch was sagen Sie als Landwirt dazu? agrarheute.com hat sich umgehört.

"Die Futtermittelindustrie will gezielt Gewinne maximieren". Diese Meinung vertreten in einem ersten Zwischenstand 60,9 Prozent der Teilnehmer unserer agrarheute.com-Umfrage (siehe Kasten rechts). 24,5 Prozent denken "Das wird wohl häufiger vorkommen". Lediglich 14,5 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gehen davon aus, dass es sich bei den mit Dioxin verunreinigten Futtermitteln nur um einen Einzelfall handelt.

landlive-Community diskutiert mit

Auch in der dlv-Community landlive wird das Thema Dioxin heiß diskutiert. Gleich drei Threads beschäftigen sich parallel damit. Lesen Sie hier ein paar Auszüge:

Dioxin, erste Exporte storniert, Schlachtungen bei Schweinen gesenkt, was kommt noch auf uns zu?

Muensterlaendle schreibt:
"Nach dem die ersten Länder Exportverbote ausgesprochen oder angedroht haben, wollen die Schlachthöfe die Schlachtmengen bei Schweinen verringern, der zusätzlich Preisdruck ausüben wird. Man munkelt von China, Korea und anderen Asiatischen Ländern, wo auch die wertschöpfungs hohen Teilstücke wie Ohren und Pfoten hingehen. Russland dagegen ist noch am Feiern und hat noch nicht reagiert. ... Wer kann genauere Auskünfte geben und wie wird sich der Markt darauf einstellen? Sehr interessant wären auch Meldungen von der Geflügel und Rindfleisch seite, wie stellt sich die Vermarktung bei euch dar?"

Cord:
"Hab grad vor zwei Stunden mein restliches Getreide verkauft... "

Muensterlaendle:
"Moin, die Tiere verschwinden ja nicht von heute auf morgen, der Getreidepreis wird da wohl hoch bleiben. Andere Länder wollen kein Deutsches Fleisch mehr Importieren, hat meistens nichts mit der Sache zu tun, sondern meistens nur ein wilkommener Anlaß zum schachern und Vorteile rausholen. Selbst wenn es nur Wochen dauert, in den Markt kommt man erst wieder mit Preiszugeständnissen, zum Schaden für alle, Landwirte wie Schlachthöfe.

Dioxin - Ist die ehemalige rotgrüne Regierung mitverantwortlich ?

Campesino:
"Ex-Landwirtschaftsminister Funke bringt es bei "Anne Will" an den Tag. Vor zehn Jahren habe er die Forderung der Trennung von Futter zu Industriefetten in der Produktion ins Rollen gebracht. Funke wurde von Frau Künast (Grüne) abgelöst, und bis heute ist nichts geschehen."

Fanta
"Mal abgesehen davon dass das sicher nicht verkehrt ist hätte das in diesem Fall gar nichts gebracht, da die Zulieferfirma nur Industriefette hergestellt hat und somit für diesen Geschäftszweck gar nicht registriert war. Eine Trennung hätte hier also nichts gebracht. Ich bin sicher kein Freund der Grünen, aber diesen Skandal kann man ihnen wohl nicht in die Schuhe schieben..."

tyr
"Gegen krimelle Energie hilft auch keine Trennung der Produktion ... Das Problem liegt an der viel zu großen Wertschöpfungskette..."

DWEWT
"Hallo, wenn dieser Betrieb nicht als Lieferant von Futtermittelkomponenten registriert war, wieso konnten dann Futtermittelwerke von denen überhaupt Rohstoffe einkaufen. Das ist ungefähr so, als würde ich von einen Recyclingbetrieb Öko-Futtermittel einkaufen. Beim Bezug von Futtermitteln bzw. Fumi-Komponenten, hat sich jeder Landwirt zu vergewissern, dass der Anbieter diese Sachen überhaupt vermarkten darf. Warum ist das bei den Fumi-Herstellern anders?"

Notill
"Könnt ihr euch vorstellen was passieren würde wenn einem Landwirt nachgewiesen werden würde, das er ungeeignetes Futter gekauft und verfüttert hat? ich denke da gäbe es evtl ein Berufsverbot... Sollte man sowas nicht zumindest für die Einkäufer der Firmen in betracht ziehen, wenn denen nachgewiesen werden kann, das sie wussten, das der lieferant unsauber arbeitet? Irgendwie kmmen mir in der Industrie die Sanktionen bei sowas immer nicht verhältnissmäßig vor... wenn ich mit den Sanktionen gegen Landwirte vergleiche... da wird ja durch CC gleich doppelt bestraft."

Dioxin belastetes Futter durch Fahrlässigkeit eines Futtermittelherstellers

Drehung
"Mich wundert es das hier im Forum noch kein Sturm der Entrüstung losgebrochen ist. Ein Hersteller von Futterkomponenten verwendet "fahrlässig" nur zur technischen Verwendung freigegebene Fettabfälle aus der Bio-Dieselherstellung zur Produktion von Fettsäuren und verkauft diese an mindestens zwölf Futtermittelwerke in Deutschland. Die Leidtragenen sind in erster Linie die Landwirte; Betriebe werden gesperrt (dürfen vorerst ihre Produkte nicht vermarkten), Verbraucher verunsichert und die Nachfrage nach Eiern, Geflügel- und Schweinefleisch wird wahrscheinlich auch erstmal wieder einbrechen."

Flamengo
"So viel ich es gehört habe, ermittelt der Staatsanwaltschaft gegen den Futtermittelhersteller. Ich hoffe das die richtig bestraft werden. Die Bauern können ja nichts dafür, bzw.woher sollen die das wissen, dass was die Herstellern reinpanscht haben."

Freigeist
"Das ist der Punkt. Ob mein Lieferant versichert ist, interessiert mich nicht. Ich will von ihm den Schaden ersetzt, der durch sein verunreinigtes Futter bei mir entstanden ist. Und wenn er den "Mist" bei zig anderen Kollegen auch abgeladen hat, entsteht eine Haftungssumme, die der Lieferant evtl. finanz. nicht überlebt, aber vielleicht brauchen wir mal ein solches "Exempel". Die Verantwortung für finanzielle Schäden kann nicht dauerhaft auf den Landwirten abgeladen werden. Vom Imageschaden brauchen wir gar nicht erst reden! Das ist jedenfalls eine Aufgabe für die berufsständsche Vertretung hier aktiv zu werden, der einzelne Landwirt kann das nicht stemmen."

Viehdokter
"Der Landwirt muß für seine Produkte zu 100 Prozent garantieren und auch dafür geradestehen, obwohl er bis zu 5 Prozent "Beimischungen" (z.B. bei genfreien Futtermitteln) akzeptieren muss... Aber das kann es doch nicht sein, oder ??"

Honigbienen
"Heute bei meinen Gästen, wo kommen den die Eier her, haben sie Schweinefleisch aus der Gifhorner gegend, Geflügel soll ja auch belastet sein, was können sie uns denn zum Essen empfehlen? So ging es den ganzen Tag und wenn man versucht den Gästen klar zu machen das auch der Landwirt meines Vertrauens keine Laborküche in seinen Ställen betreibt und Futteranalysen machen kann und somit unschuldig in die Sache reingezogen wird, ist das für mich schon beschämend. Denn durch die ganzen Sperrungen werden wieder so viel Kosten produziert,das wahrscheinlich wieder einige kleinere Betriebe ums nackte Überleben kämpfen und den Kampf verlieren werden. Ich bin der Meinung, dass unsere gewählten Vertreter endlich in die Verantwortung genommen werden müssen und dieser profitgierigen Meute endlich das Handwerk legt und die angeordneten Kontrollen die uns auferlegt werden auch kontrolieren und auf strickte Einhaltung achten." (pd/ez)

Umfrage: Mitmachen und Abstimmen
"Dioxin in Futtermitteln: Einzelfall oder panschen mit System?" Wenn Sie auch mit abstimmen wollen, machen Sie doch bei unserer rechts stehenden Umfrage mit.

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