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Umwelt

Direktsaat: Kühleffekt für den Boden

von , am
27.06.2014

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben festgestellt, dass eine Direktsaat einen Kühleffekt auf den Boden hat. Sie sprechen von bis zu zwei Grad.

Der Pflug greift am tiefsten in den Boden ein. © Mühlhausen/landpixel
Werden Äcker nicht umgepflügt, sondern die Saat direkt ausgebracht, kann dies einen Kühleffekt von bis zu zwei Grad bewirken. Dies stellten Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH) in einer Studie fest. In einem gemeisamen Feldversuch fanden Schweizer und französische Forscher heraus, dass ungepflügte Felder mehr Sonnenstrahlung reflektieren als gepflügte und sich die Böden demzufolge weniger erwärmen. Von diesem Versuch an der ETH berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst, LID.

Gepflügte Äcker nehmen mehr Sonnenstrahlung auf

Die Kühlung sei auf den sogenannten Albedo-Effekt zurückzuführen. Albedo bezeichnet die Fähigkeit von Flächen, die Sonnen­einstrahlung zu reflektieren. Jede Fläche (sei es eine Wald-, Wüsten-, Meer-, Schneefläche oder ähnliches) hat ihre eigene Albedo. Wald hat ein geringeres Reflexionsvermögen als beispielsweise Grasland oder Äcker. Dies führt dazu, dass Wald mehr Sonnenenergie absorbiert (Quelle: PrimaKlima-weltweit e.V.).
 
Die hellen, ungepflügten Felder reflektieren 30 Prozent (%) der Strahlung, während die dunklen, bearbeiteten Äcker nur 20 % zurückwerfen und den Rest der Sonneneinstrahlung absorbieren. Je heisser es ist, desto stärker wirke der Albedo-Effekt und desto grösser ist die Kühlung. Diese Kühlung wirkt zwar nur kurzfristig und lokal, könnte jedoch zunehmend bedeutender werden, um extreme Hitzeereignisse zu lindern. Hitzewellen seien zwar zurzeit noch selten, hätten aber massive ökologische und gesundheitliche Folgen, so die ETH-Forscherin Sonia Seneviratne.
 
Bei der Direktsaat wird das Saatgut nach der Ernte auf die noch mit Pflanzenreste bedeckten, ungepflügten Äcker ausgebracht. Diese Methode ist in Nord- und Südamerika weit verbreitet, während in Europas Landwirtschaft die Äcker vor der Saat durch Pflügen aufgebrochen werden. 
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