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Vermarktung

Direktvermarktung: So klappt der Absatz über Automaten

Hand drückt Knopf auf Verkaufsautomaten
am Freitag, 01.01.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Direktvermarktung mit sogenannten Vending-Maschinen liegt im Trend. Wir wissen, worauf Landwirte achten sollten.

Was haben Milch, Eier und Wurst gemeinsam? Das alles kann ein Landwirt in Verkaufsautomaten vermarkten. Sogenannte Vending-Maschinen werden immer wieder als eine Lösung für schlechte Erzeugerpreise angepriesen.

Zudem werden Verkaufsautomaten laut der Meinung von Experten künftig an Marktbedeutung gewinnen, wie aus der Studie „Innodirekt” des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) hervorgeht.  

    Drei Vorteile von Verkaufsautomaten

    Die Vorteile eines Verkaufsautomaten für landwirtschaftliche Produkte liegen auf der Hand:  

    • Der Landwirt kann den Preis selbst bestimmen,  
    • kommt dem Verbrauchertrend nach regionalen Produkten entgegen  
    • und erfüllt den Kundenwunsch, rund um die Uhr einkaufen zu können.

    Standort ist entscheidend für Vending-Maschinen

    Bevor sie in einen Verkaufsautomaten investieren, sollten sich Landwirte jedoch einige Gedanken machen. Zum Beispiel spielt der Standort des Verkaufsautomaten eine – wenn nicht die – entscheidende Rolle. Ausschlaggebend ist dabei die Kundenfrequenz.

    Ist die Kundenfrequenz auf dem eigenen Betrieb zu niedrig, sollten künftige Betreiber eines Automaten darüber nachdenken, ihn an einem stärker frequentierten Ort aufzustellen. Zum Beispiel vor Supermärkten, wo die Produkte im Automaten eine Ergänzung zum Supermarktsortiment sein können.  

    Verkaufsautomat: Sortiment muss sich abheben

    Hat man den scheinbar perfekten Standort für den Verkaufsautomaten gefunden, ist es zudem wichtig, die Konkurrenz im Auge zu behalten. Wie viele Verkaufsautomaten gibt es eigentlich in der Region? Und welche Produkte bieten die Betreiber dort an? 

    Prinzipiell ist es besser, im Automaten mehr als ein Produkt anzubieten, um den Kunden eine attraktive Vielfalt zu bieten. Wichtig ist dabei – ebenso wie bei einem Hofladen –, sich mit seinem Sortiment von anderen Anbietern abzuheben. Ist es zum Beispiel aus arbeitswirtschaftlichen Gründen keine Option, das eigene Produktsortiment zu erweitern, lohnt es sich, über eine Kooperation mit anderen Erzeugern in der Region nachzudenken.

    Investition für den Verkaufsautomat gut kalkulieren

    Arbeitet man mit Kollegen zusammen, kann man sich eventuell die Anschaffungskosten für den Automaten teilen, denn die Investition muss gut kalkuliert sein. Neue ­Warenautomaten für Eier und Co. bekommt man in der Grundausstattung ab 5.000 Euro. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. ­Hinzu kommen die täglichen Betriebskosten für Strom und Wasser, die laut einer agri-­EXPERTS-Umfrage bei durchschnittlich 7,70 Euro pro Tag und Automat liegen.  

    Landwirt kann Preis selbst bestimmen

    Überprüfen Landwirte die Wirtschaftlichkeit ihres potenziellen automatischen Verkäufers, sollten sie aber nicht nur an die Investition denken, sondern auch den größten Vorteil der Direktvermarktung beachten: Sie können die Preise für ihre Produkte selbst bestimmen.

    Die Experten der Innodirekt-Studie des BMEL raten, ehrliche Preise zu verlangen und die realen Produktionskosten konsequent in den Verkaufspreis einzurechnen. Darüber hinaus zeigt die Umfrage von agri-EXPERTS, dass Direktvermarkter ihren Umsatz mit dem Aufstellen der Maschinen um durchschnittlich ­­46,1 Prozent gesteigert haben.  

    Zeitlichen Aufwand nicht unterschätzen

    Wer jetzt denkt, der Verkauf der Produkte mittels eines Automatens sei leicht verdientes Geld, der täuscht sich allerdings. Denn neben Geld müssen Automatenbetreiber auch Zeit investieren. Im Vergleich zur Vermarktung der Produkte ohne Automaten wird der eigene Zeiteinsatz für den automatischen Verkauf nicht unbedingt weniger. Schließlich soll der Kunde stets einen gut gefüllten Automaten vorfinden und je nachdem, wo der Automat aufgestellt ist, müssen künftige Betreiber auch die meist tägliche Fahrzeit zu ihren Vending-Maschinen einkalkulieren.  

    Hinzu kommen Vor- und Nachbereitungen wie das Verpacken und Etikettieren der Produkte sowie die Buchhaltung. Das schluckt täglich zwischen 30 und 90 Minuten. Hat man sich jedoch mit allen Vor- und Nachteilen von Verkaufsautomaten auseinandergesetzt, kann die neue Maschine eine echte Bereicherung für die eigene Direktvermarktung sein. 

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