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Politik EU

Direktzahlungen 2012: Länder nähern sich langsam an

© agrar-press
von , am
24.02.2014

Brüssel - Die EU-Kommission hat einen Bericht über die Direktzahlungen im Jahr 2012 vorgelegt. Daraus geht hervor, dass sich Ost und West bei der Auszahlungshöhe nur langsam näher kommen.

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Im Jahr 2012 wurden 41 Milliarden Euro an Direktzahlungen in der EU verteilt. Das macht einen Anteil von 70 Prozent (%) am EU-Agrarhaushalt, wie aus einem am Freitag von der EU-Kommission veröffentlichten Bericht hervorgeht.
 
Darin hat die Brüsseler Behörde die Direktzahlungen des Jahres 2012 ausgewertet und festgestellt, dass die Landwirte in Osteuropa weniger als ihre Kollegen im Westen der EU erhalten und die Differenz ganz langsam sinkt.

80 Prozent der Direktzahlungen an 20 Prozent der Betriebe

So erhielten die zwölf zumeist osteuropäischen Länder, die seit 2004 in die EU gekommen sind, nur 16 % der Direktzahlungen, obwohl sie einen Anteil von 28 % an der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der EU haben. Die meisten osteuropäischen Landwirte sind 2012 bei 90 % der geplanten Endsumme angekommen, Rumänien und Bulgarien bei 60 %.
 
Immer noch erhalten in der EU rund 20 % der Betriebe 80 % der Direktzahlungen. Auch dieser Unterschied werde etwas kleiner, hält die Kommission fest. Besonders große Summen an wenige Betriebe werden in der Tschechischen und in der Slowakischen Republik ausgezahlt.
 
In Deutschland hatten Direktzahlungen von über 150.000 Euro an einen Betrieb einen Anteil von 24 Prozent, in Österreich waren es 1,4 %, im Vereinigten Königreich 14 %, in Tschechien 65 % und in der Slowakischen Republik 66 %.

Weniger kleine Betriebe

Der Strukturwandel sorge für einen Rückgang der kleinen Betriebe. In der EU-15, also in jenen Staaten, die schon vor der Osterweiterung Mitglieder der EU waren, habe sich 2012 die Zahl der Empfänger um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr vermindert. In der EU-10, den Beitrittstaaten von 2004, zu denen unter anderem Tschechien, Polen sowie Litauen, Estland und Lettland gehören, ging die Zahl der Empfänger um sechs Prozent zurück.
Mit der im vergangenen Jahr vereinbarten neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden künftig die Direktzahlungen gerechter zwischen den Mitgliedstaaten, zwischen den Regionen und zwischen den Landwirten verteilt, betonte die Kommission. Maßnahmen wie interne und externe Konvergenz, Zahlungsdegression oder die Kleinlandwirteregelung sollen etwa dazu beitragen und das historische Modell ablösen. 

GAP-Reform: Die Agrarminister sind sich einig (November 2013)

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