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Umfrage

Diskriminierung in der Landwirtschaft

Sexismus
am Montag, 05.08.2019 - 10:03 (Jetzt kommentieren)

Wir haben 521 Landwirtinnen und Landwirte befragt, ob sie schon einmal diskriminiert wurden. Einen Teil der Ergebnisse lesen Sie hier.

Wir haben mit agri EXPERTS, der Marktforschungseinheit des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag, 521 Landwirtinnen und Landwirte zu ihren Erfahrungen mit dem sensiblen Thema Diskriminierung befragt. Dabei hat sich gezeigt, dass vor allem Frauen betroffen sind, dass aber auch viele Männer schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Nachfolgend finden Sie die Ergebnisse der 240 männlichen Teilnehmer, die durchschnittlich 44 Jahre alt sind. Die Wahrnehmungen der Frauen können Sie in der agrarheute Augustausgabe nachlesen.

Fast die Hälfte der Männer wurde schon einmal sexuell belästigt

Sexuelle Belästigung hat viele Gesichter (n = 240):

  • Fast 40 Prozent der Männer erleben oft oder gelegentlich zweideutige Kommentare, bzw. Witze mit sexuellem Bezug.
  • 31 Prozent erleben oft oder gelegentlich Bemerkungen mit sexuellem Inhalt.
  • 16 Prozent werden oft oder gelegentlich unangemessene Fragen mit sexuellem Bezug zu Privatleben und/oder Aussehen gestellt.
  • 16 Prozent bekommen oft oder gelegentlich unerwünschte E-Mails, SMS, WhatsApp, Fotos oder Videos mit sexuellem Bezug.
  • 8 Prozent erleben oft oder gelegentlich unerwünschte Umarmungen und/oder Küsse.
  • 3 Prozent geben an, gelegentlich angegrabscht zu werden.

Aus Sicht der befragten Männer gingen die Belästigungen häufiger von Geschlechtsgenossen als von Frauen aus.

Gewicht häufigster Grund für Diskriminierung

Fast 50 Prozent der Männer in der Landwirtschaft fühlten sich aufgrund verschiedener Merkmale schon einmal diskriminiert (n = 116, Mehrfachnennungen möglich):

  • 27 Prozent aufgrund ihres Gewichts,
  • 21 Prozent aufgrund ihres Aussehens,
  • 19 Prozent aufgrund ihrer sozioökonomischen Lage,
  • 18 Prozent aufgrund ihrer Religion und Weltanschauung,
  • 16 Prozent aufgrund ihrer Familiensituation,
  • 13 Prozent aufgrund ihres Lebensalters,
  • 3 Prozent aufgrund ihres Geschlechts.

Am häufigsten beleidigt oder beschimpft

Folgendermaßen wurden betroffene Männer diskriminiert (n = 116, Mehrfachnennungen möglich):

  • 39 Prozent wurden beleidigt oder beschimpft.
  • Über 38 Prozent wurden abwertende Witze gemacht oder sie wurden ausgelacht.
  • 34 Prozent wurden herabwürdigend dargestellt.
  • 27 Prozent wurden ausgegrenzt oder übergangen.
  • Bei 23 Prozent wurden ihre Leistungen schlechter bewertet oder herabgesetzt.
  • 23 Prozent wurden weniger beachte als andere Personen.
  • 19 Prozent wurden unangebrachte Fragen zu ihrem Privatleben gestellt.
  • 8 Prozent wurden bei Beförderungen oder Gehaltszulagen übergangen.
  • Bei 8 Prozent gab es körperliche Übergriffe.
  • 7 Prozent haben weniger Gehalt als eine Person mit vergleichbarer Tätigkeit bekommen.
  • 1 Prozent hat sexuelle Kommentare erlebt.

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