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Dorf und Familie

DLG: Moderne Landwirtschaft contra Idylle?

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Anke Fritz, agrarheute
am
16.01.2013

Berlin - Auf der DLG-Wintertagung bläst ein frischer Wind. Die Gäste der ersten Veranstaltung des Tages erklärten, warum das Bild der Landwirtschaft meistens romantisch ist und wie Medien und Landwirtschaft zusammenarbeiten können.

Die erste Veranstaltung des Tages auf den DLG-Wintertagen in Berlin brillierte mit interessanten Referenten. Zum Thema Wertewandel in der Gesellschaft sprach zum einen Christian Dürnberger von der Hochschule für Philosophie München. Er brachte völlig neue und hochinteressante Aspekte in seinem Vortrag.
 
 
 
 
 
Für eine Annäherung zwischen der Medienwelt oder besser gesagt zwischen den doch meistens unbeliebten Journalisten und den Landwirten sorgte Kersten Schüßler. Er ist Journalist und filmt unter anderem für das ZDF, Frontal 21 und Panorama.
DLG: Landwirtschaft im Konflikt mit der Gesellschaft? (15.01.2013) ...

Werte in der eigenen Kommunikation vermitteln

Christian Dürnberger erklärte, woher die romantische Vorstellung der Bevölkerung über die Landwirtschaft kommt. Zum einen liegt es daran, dass die Landwirtschaft keine Erfindung der Moderne ist, sondern schon solange existiert wie die Menschheit. Landwirtschaft bedeutet für die meisten Menschen "im Einklang mit der Natur leben". Vor allen in den Städten haben die Menschen ein verklärtes Bild von der Landwirtschaft im Kopf. Je hektischer das Leben, desto größer die Sehnsucht nach Ursprünglichkeit. "Die Hightech Landwirtschaft löst in den meisten Menschen ein Verlustgefühl aus" so Dürnberger. Wichtig ist allerdings, dass man die Gefühle der Verbraucher, ihre Sehnsüchte und ihre Wertvorstellungen ernst nimmt und in der eigenen Kommunikation Werte vermittelt. Vor allem durch die Vermittlung von Wissen lässt sich die Klippe zwischen Romantik und moderner Landwirtschaft beheben.

Partnerschaft statt Konfrontation

Unterhaltsam schilderte Kersten Schüßler, wie sein Alltag aussieht. Bestimmt durch Einschaltquoten ist er ständig auf der Suche nach einer guten Story. Einen Tag schreibt er über Atomkraftwerke, am nächsten Tag über Müllberge und am dritten Tag über die Landwirtschaft. Da wird schnell klar, dass Journalisten nicht in jedem Fachgebiet Experten sein können. Umsomehr ist es wichtig, dass Landwirte in den Dialog mit ihnen treten, Gegenfragen stellen und vorgefertigte Meinungen entkräften. Das Phänomen der Abschottung bei brisanten Themen wie Gentechnik oder Tierhaltung erlebt Schüßler jeden Tag. Man müsse weg von der Konfrontation hin zu einer Partnerschaft, betonte der Journalist.
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