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Wirtschaft

DOC Kaas sagt endlich 'ja' zum Milchkontor

Norbert Lehmann, agrarmanager
am
22.05.2015

Mit 95,3 Prozent der abgegebenen Stimmen haben sich die Mitglieder der niederländischen Käsereigenossenschaft DOC Kaas für eine Fusion mit dem Deutschen Milchkontor (DMK) ausgesprochen.

© DMK Group
Die allgemeine Mitgliederversammlung von DOC Kaas votierte gestern in Zwolle für den Zusammenschluss. Die Vertreter der DMK-Mitglieder hatten den Vorschlag bereits am 18. und 19. Mai für gut befunden. Die Fusion soll zum 1. Januar 2016 wirksam werden. Zuvor muss die Zustimmung der Kartellbehörden eingeholt werden. DOC Kaas produziert jährlich rund 125.000 Tonnen Käse, die weltweit vermarktet werden. Der Umsatz betrug zuletzt 625 Millonen Euro.

DMK zahlt denselben Milchpreis an die neuen Mitglieder

Vorgesehen ist, dass die Genossenschaft DOC Kaas B.A. bestehen bleibt. Sie behält auch ihren Namen. Die operative Einheit, das Unternehmen DOC Kaas B.V. wird eine Tochtergesellschaft von DMK und behält ebenfalls Namen und Identität. Die Genossenschaft DOC Kaas erhält durch Anteile an der DMK Group ein Mitspracherecht im fusionierten Unternehmen und wird mit einem Mitglied im DMK-Aufsichtsrat sowie zwei Mitgliedern in der Gesellschafterversammlung vertreten sein. Die Genossenschaft liefert ihre gesamte Milch an DMK. Das DMK zahlt der niederländischen Genossenschaft hierfür denselben Milchpreis wie den eigenen Mitgliedern beziehungsweise Milcherzeugern.

Wettstreit um DOC Kas

Das DMK hatte 2011 schon einmal versucht, die niederländische Käserei zu übernehmen. Damals scheiterte die Fusion aber am Widerstand der holländischen Milcherzeuger. Seit die DMK Group am 19. März einen neuen Übernahmevorschlag vorgelegt hatte, war um die moderne Käserei ein regelrechter Wettstreit entbrannt. Auch die deutsche Hochwald-Gruppe war an einer Fusion mit DOC Kaas interessiert. Ferner versuchte die niederländische Molkerei A-Ware den grenzüberschreitenden Zusammenschluss zu verhindern. Wie die DMK Group gestern ebenfalls bekannt gab, wird sie ihre Eiskremwerke in Recke in diesem Jahr und in Nürnberg bis 2017 schließen. Zugleich sollen die Eiskrem-Standorte Waldfeucht-Haaren, Everswinkel und Prenzlau mit Investitionen im zweistelligen Millionenbereich ausgebaut werden. Ziel ist, die Effizienz der Eisproduktion zu steigern.
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