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Wirtschaft

Dramatischer Rückgang von Ackerland befürchtet

Externer Autor ,
am
26.10.2010

New York - Spekulation mit fruchtbaren Böden treibt immer mehr Menschen in den Hunger: Weltweit leiden 500 Millionen Kleinbauern unter Hunger, weil ihnen ihr Land streitig gemacht wird.

Das hat der Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf angemessene Ernährung, Oliver De Schutter, am Donnerstag vor dem Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen dargelegt. Laut De Schutter sind im Vorjahr 30 Millionen Hektar Ackerland einem "explosiven Cocktail" aus Bodenspekulation, verschlechterten Umweltbedingungen, industrieller Bebauung und Verstädterung zum Opfer gefallen.

"Regierungen und Regierungsfonds, aber besonders Investoren versuchen Ackerland aufzukaufen, das Bauern, Fischern und eingeborenen Völkern zur Sicherstellung ihrer Ernährungsgrundlage dient", erklärte der Experte.

Boden wird zum Spekulationsobjekt 

Danach würden sie dort große Plantagen mit sogenannten "Cash-Crops" (= Nutzpflanzen, die sich auf dem Weltmarkt gut verkaufen lassen) anlegen oder Pflanzen zur Herstellung von Biokraftstoffen anbauen. Boden würde aber auch zunehmend zum Spekulationsobjekt. Dazu käme der Verlust von jährlich 5 bis 10 Millionen Hektar Äckern durch veränderte Umweltbedingungen, weitere 19,5 Millionen fielen der industriellen Bebauung oder Verstädterung zum Opfer. Hinzu kommen jährlich weltweit 40 Millionen Hektar Land für den Anbau von Biokraftstoff-Pflanzen.

Rechtliche Sicherungsmaßnahmen nötig

"All diese Entwicklungen haben große Auswirkungen auf die Kleinbauern, Eingeborene, Hirten- und Fischervölker, die für ihre Existenzsicherung auf den Zugang zu Land und Wasser angewiesen sind", sagte De Schutter. Regierungen müssten deshalb rechtliche Sicherungsmechanismen für die Betroffenen umsetzen. Ein erster Schritt wären Gesetze gegen die Vertreibung von Bauern, und Pächter müssten das Recht erhalten, auch nach einem Besitzerwechsel des von ihnen bewirtschafteten Landes auf ihrer Scholle bleiben zu dürfen, forderte er. (aiz)

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