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Polizeibericht

Drei tot gemähte Kitze: Jagdpächter zeigt Landwirt an

Totes Rehkitz im Grünland
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Julia Eder, agrarheute
am
20.06.2017

Weil ein Landwirt bei der nächtlichen Mahd drei Rehkitze getötet hat, ermittelt nun die Polizei wegen Tierquälerei gegen ihn.

Anfang Juni wurden in der ostfriesischen Gemeinde Friedeburg auf diversen Flächen der zweite Grünlandschnitt durchgeführt. In einem Fall wurden drei Rehkitze vom Mähwerk erfasst und getötet, wie die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund meldet. "Vorfälle dieser Art können immer wieder geschehen, aber es liegt in der Verantwortung der jeweiligen Bewirtschafter diese Vorfälle zu vermeiden", so die Polizei.

Viele Landwirte im Raum Wiesede informieren dazu vor der Mahd die so genannten Kitzfinder, eine Gruppe von Jagdgenossen, Jägern, Rentnern und Naturfreunden, die sich ehrenamtlich auf Kitzsuche begeben. Die Jäger gehen vor dem Beginn der Mäharbeiten mit ihren Hunden durch die Grasflächen. Durch den Geruch der Hunde werden die Rehe vergrämt. Die Ricken führen dann meistens erst in der Nacht die Kitze von den Flächen.

Landwirt bedauert sein Verschulden

Gegenüber jagderleben.de gibt der Landwirt, der die drei Kitze getötet hat, sein Verschulden räumütig zu, ihm tue sein Vergehen sehr leid. Bisher habe er sich immer bei einem der Kitzfinder vor der Mahd gemeldet. Diesem hätte er auch gesagt, dass die Wiese erst nach Pfingsten geschnitten wird. Der Wetterumschwung machte ihm einen Strich durch die Rechnung und er musste seinen Plan noch kurzfristig ändern - ein Fehler wie er selbst feststellt.

Ermittlungsverfahren wegen Tierquälerei

Der zuständige Jagdpächter und Kreisjägermeister Harald Dirks bekam dies mit. Am folgenden Morgen fand er dann die Kadaver. Der Landwirt hatte sich weder bei ihm, noch bei den „Kitzfindern“ gemeldet. Daher erstattete er bei der Polizei Anzeige.

Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Tierquälerei eingeleitet. Die Polizei Wittmund weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass derartige Vorfälle keine Bagatellangelegenheiten sind und die Landwirte und Bewirtschafter nach dem Tierschutzgesetz in der Pflicht stehen, unnötige Schmerzen und Leiden der Tiere zu verhindern in dem die Flächen kurz vor dem Mähbeginn auf ruhendes Wild und Brutnester geprüft werden.

Mit Material von jagderleben.de, Polizeiinspektion Aurich/Wittmund
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