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Ernährung und Gesundheit

Dritter Tote in Deutschland bestätigt

Externer Autor
am
26.02.2010

Berlin/Wien/Graz - Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den dritten Todesfall in Zusammenhang mit dem mit Listerien kontaminierten Sauermilch-Käse bestätigt.

Nachdem am Mittwoch Österreich seinen bereits fünften Todesfall im Zusammenhang mit dem mit Listerien kontaminierten Sauermilch-Käse bestätigt hat, gab das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nunmehr den dritten Listeria-Käse-Toten in Deutschland bekannt.

Nach Recherchen der Österreich-Ausgabe des monatlich erscheinenden dlv-Agrarfachmediums "dlz agrarmagazin" stellt sich die Situation derzeitige wie folgt dar: Aktuell werden dem Listeria-Ausbruch aufgrund des Genusses von "Harzer Käse" (auf österreichisch: Quargel) einer steirischen Firma insgesamt 21 Fälle (davon neun im Jahr 2010) und in Deutschland acht Fälle (sechs im Jahr 2010) aus vier Bundesländern zugerechnet. Insgesamt acht Patienten verstarben bisher, darunter mittlerweile drei aus Deutschland. Damit hat sich in Deutschland die Zahl der Fälle, die dem Ausbruch zugerechnet werden, um zwei erhöht (darunter ein Todesfall).

Das jüngste Erkrankungsdatum eines Patienten (mit tödlichem Ausgang) in Deutschland ist der 11. Februar 2010. Dies bestätigte das BVL gestern Nachmittag dem "dlz agrarmagazin (Österreich)". In diesem Ausbruch werden als Fälle Personen mit nachgewiesener Listerien-Infektion (Serovar 1/2a) seit Juni 2009 angesehen, deren Isolat ein identisches DNA-Bandenmuster zum Bandenmuster eines der aus dem Käse des österreichischen Herstellers gewonnenen Isolate (Ausbruchsmuster) aufweist.

Weitere Erkrankungen möglich

Da bei der Listeriose die Inkubationszeit drei bis 70 Tage beträgt, kann laut BVL weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass vereinzelt noch weitere Listeriosen in Zusammenhang mit dem Verzehr der seit 23. Januar vom Markt zurückgezogenen Käsesorten auftreten. In Österreich gab es seit dem 9. Februar keine weiteren Listeriosen, die auf den Käseverzehr zurückgehen. Weitere Erkrankungsfälle können aber nicht ausgeschlossen werden.

Österreich: Ministeranklage eingebracht

Derweil gehen in Österreich die politischen Wogen hoch. Die Oppositionsparteien kritisieren insbesondere die unterbliebene Warnung der Behörden vor dem Genuss des in Rede stehenden Käses. Der Misstrauensantrag des BZÖ im Parlament wurde mit den Stimmen der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP sowie den oppositionellen Grünen zwar abgeschmettert, das BZÖ legte aber nach und brachte im Parlament eine Ministeranklage gegen Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) ein.

Ministerium veröffentlicht präzisere Chronologie

Möglicherweise aufgescheucht vom politischen Gegenwind und den ersten Vernehmungen durch die Kriminalpolizei hat das österreichische Gesundheitsministerium nun eine präzisere Chronologie der Geschehnisse auf seiner Homepage www.bmg.gv.at veröffentlicht.

Käsehersteller stoppt die Auslieferung

Angesichts der jüngsten Todesfälle hat der Käsehersteller die Auslieferung sämtlicher Produkte in seinem steirischen Werk gestoppt. Erst wolle man die Ursache für den Listerieneintrag in den Käse finden. (bvl/dlz/sp/pd)

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