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Dorf und Familie

Nein zur Dünge-VO, Jungrinder und Höfesterben in Bayern

Externer Autor
am
10.10.2014

Wird die neue Düngeverordnung noch gekippt? Lohnt es Jungrinder für andere Betriebe aufzuziehen? Und ist das Höfesterben in Bayern vorerst gebremst? Themen der Woche auf landlive.

Bayern: 'Nein' zur geplanten Dünge- und Anlagenverordnung
 
Die agrar-heute-redaktion stellt folgenden Beitrag zur Diskussion: "Bayern positioniert sich mit einem klaren 'Nein' zur geplanten Dünge- und Anlagenverordnung und kündigt an, dem Agrarminister Christian Schmidt in den Verhandlungen den Rücken zu stärken. "Pflanzen wollen nach Bedarf und nicht nach Stichtag versorgt werden." Wie seht ihr das? Hier mehr dazu: [www.agrarheute.com]"
Mett
kommentiert: "Ich finde die Bazis haben Recht. Eine Ausweitung der Sperrzeiten ist völliger Unfug!"
CarpeDiem
sieht es differenzierter: "Sind wir doch einmal ehrlich, einige Kollegen haben doch immer dann "gedüngt" wenn die Löcher am überlaufen waren. Da konnte ich nix von "bedarfsgerechter Pflanzenernährung" feststellen. Bedauerlich ist allein die Tatsache, dass die große Masse der Vernünftigen nun eine neue (verschärfte) DüVO übergebraten bekommt. Insgesamt darf man aber die Augen nicht davor verschließen, dass die Politik dabei ist, die Güllewirtschaft bei uns, genau wie in den Benelux Staaten, einzudämmen. Damit muss man sich abfinden. Da nutzen auch Brandbriefe des DBV wenig."
Josef8 entgegnet: "Die Bauern haben schon lange verstanden, dass Gülle ein wertvoller Dünger ist [...] Mit einem Güllelagerzuschuss wäre meist das gleiche erreicht und das auf freiwilliger Basis."

Nach Ausstieg aus der Milch Jungrinder aufziehen

ToBe möchte Hilfe zu folgendem Problem: "Wir möchten aus der Milchproduktion aussteigen und überlegen, die freien Stallpätze durch Jungviehaufzucht in Kooperation mit einen größeren Milchviehbetrieb zu nutzen. Es stehen ca. 250 Aufzuchtplätze zur Verfügung. Was meint ihr, wie es mit der Wirtschaftlichkeit und dem Bedarf mittlerweile und in Zukunft aussieht. In alten Beiträgen wurde das im süddeutschen Raum öfter diskutiert. Mein Betrieb liegt im Rheinland - 50 km von Köln entfernt. Ich denke wegen dem ständigen Tieraustauch (angedacht ist die Aufzucht vom 14-Tage-Kalb bis kurz vor Abkalbetermin) sollte der Kooperationsparter im Umkreis von 150 bis maximal 200 km zu suchen sein. Was meint ihr zu dem Vorhaben?"
Llanes schreibt: "Ich hab das Gefühl, sowas geht öfter in die Hose als es klappt. Hör dich bei solchen Aufzuchtbetrieben um, damit du möglichst alle Fallstricke kennst. Nicht das du dein blaues Wunder erlebst."
Freisinger
ergänzt: "Umgekehrt schon auch [...] Ich kenne ein paar Milchviehbetriebe - einschließlich mir - die ihr blaues Wunder erlebten."
Und Dairymin antwortet: "Ich denk, das kann schon funktionieren. Man darf aber nicht glauben, dass man das so locker vom Hocker nebenbei erledigen kann. Der/die Milchviehbetrieb(e) geben viel Geld aus der Hand und stellen deshalb zu Recht Forderungen. Am Wichtigsten ist, alles detailliert - wirklich bis ins letzte Detail - zu besprechen und schriftlich fest zu halten (Vertragsvereinbarungen). Nicht nur das gesamte Aufzuchtprogramm, sondern auch alle Eventualitäten (Schadensregulierung, Hol- u. Bringschuld, etc.) müssen verbindlich geregelt sein. Und wenn nun die Preise kalkuliert werden, stellt man in - naja ...übern Daumen ... - 95 Prozent der Fälle fest, wie wichtig die Weidehaltung im Sommer ist, um die Kosten unterhalb der Schmerzgrenze des Milchviehhalters anzusiedeln. Also: 1. Genügend Weideflächen müssen vorhanden sein. 2. sind die Annahmen der maximalen Entfernung zum Melkbetrieb, meines Erachtens, zu groß. Oft scheitert so ein Projekt nur an dem Transportaufwand bzw. den Kosten dafür."

Höfesterben in Bayern halbiert - Große Sorge um Zukunft

altilla kommentiert einen Beitrag auf agrarheute.com: "Die Nagelprobe für die Betriebsaufgaben wird sicher auch das Ende der Quotenregelung sein: viele Betriebe werden wegen niedriger Milchpreise das Handtuch werfen. Mich wundert es nicht, dass es nach dem rasanten Strukturwandel in den 1990ern nun langsamer geht."
Kette
antwortet: "Zeig doch mal die Struktur in Zahlen auf, die sich wandelt. Und das in Relation zu anderen Bundesländern... Der Artiikel auf den du dich beziehst spielt mit Worten, aber vergleicht keine Fakten. Und vor allen Dingen: Warum hören die Betriebe auf? Wechseln die Betriebsleiter dadurch direkt zu Hartz4, oder was sind die Hintergründe bzw. Motivation den Betrieb nicht weiter zu führen?"
Notill
meint: "Naja... die meisten dieser Betriebe sind wohl Nebenerwerb, und beim Generationswechsel ist es dann oft so, dass der Junior keine Lust hat in die Arbeit zu gehen um das teure Hobby weiter zu betreiben. Zum Teil ist auch einfach kein Nachfolger da, da hat das Image der Branche z. T. auch dafür gesorgt, oder der Nachwuchs hat in einem anderen Beruf viel Erfolg, und will nicht zurück. Jedenfalls braucht Bayern einen deutlich stärkeren Strukturwandel als z. B. der Norden, um die Betriebe für die Zukunft lebensfähig zu machen. Probleme sehe ich eher im Grünlandgürtel, wenn da Wiesen und Weiden ungenutzt bleiben, dann heißt es nicht mehr, 'der Berg ruft' sondern 'der Berg kommt'. Diese Milchviehbetriebe sind strukturell eben nicht in der Lage einfach den Nachbarn mit zu arbeiten."
strokes
schreibt: "Und wer macht den Strukturwandel? Sinnlose politische Vorgaben zwingen die kleinen aufzuhören, nicht deren Unwirtschaftlichkeit. Die stehen meist gesünder, hohem Eigenflächenanteil und schuldenfreier da, und haben demnach ein dickeres Polster bei Niedrigpreisphasen, etc."

Dürfen Tierärzte bald keine Antibiotika mehr verkaufen?

burgilali kommentiert ebenfalls ein Thema auf agrarheute.com: "Es besteht kein höheres Risiko für die Tiergesundheit, weil der Tierarzt als Fachmann die Arzneimittel, die er für notwendig erachtet selbst anwendet."
Schaumburger
schreibt: "Ach ja? Der TA spritzt dann bei mir die Mastschweine oder wie? Darf er selber Medikamente mitbringen? Oder darf das Tier verrecken weil mitten in der Nacht keine Apotheke offen hat?"
Dagegen meint burgilali: "Der TA hat ein medizinisch-wissenschaftliches Studium absolviert. Das tierärztliche Dispensierrecht gestattet es ihm Arzneimittel vom pharmazeutischen Großhandel zu beziehen, in der tierärztlichen Hausapotheke zu lagern, selbst anzuwenden und bei von ihm selbst behandelten Tieren abzugeben. Folglich bringt er die Medikamente mit. Hygienemanagement und Schutzimpfungen reduzieren bakterielle Infektionskrankheiten in den Tierbeständen erheblich. Welches Mastschwein wird erst in der Nacht krank? Für die Abgabe von Antibiotika am Nachtschalter der Apotheke ist ein tierärztliches Rezept zwingend erforderlich. Die Verschreibung erfordert die Untersuchung des kranken Tieres durch den Tierarzt. Vor der Anwendung von Arzneimitteln aus Restbeständen im Betrieb ist zwingend der Tierarzt vorher zu fragen. Weit über 90% der angewandten Antibiotika werden über das Futter oder das Trinkwasser verabreicht."
Dem entgegenet 240236: "Warum werden dann Menschen krank? Bei denen ist die Hygiene und der Impfstatus besser als bei den Nutztieren. Wo hast du die Zahl her, daß 90 % der Antibiotika über das Futter oder Wasser verabreicht werden? Ich glaube, du liest zuviel Arztzeitschriften, denn aus dieser Ecke kommen meist solch kuriose Zahlen. Ich glaube, dass du nur Nutztierhaltung vom hörensagen kennst."

weitere interessante Themen der letzten Woche:

Polizei warnt vor Betrug mit Traktoren
 
Initiative Tierwohl: Start ohne Widerstand des Kartellamtes 
https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/63742/page/1/

Agrarumweltmaßnahmen: Blühstreifen können sich lohnen
https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/63750/page/1/

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