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Umwelt

Düngemittel: Paris hebt Mehrwertsteuer an

von , am
09.10.2013

Paris - In Frankreich soll die Mehrwertsteuer auf Düngemittel ab 2014 von derzeit sieben Prozent auf 20 Prozent angehoben werden. Darüber hinaus will die Pariser Regierung 2014 eine CO2-Steuer einführen.

Teurer Dünger: Die Preise von Harnstoff und Phosphor sind kräftig gestiegen. © Mühlhausen/landpixel
Zu den agrarrelevanten Themen auf der Umweltkonferenz der Pariser Regierung haben die Düngemittelbesteuerung und die sogenannte CO2-Steuer gehört. Premierminister Jean-Marc Ayrault kündigte vor den Teilnehmern an, dass die Mehrwertsteuer auf Düngemittel von 2014 an von derzeit sieben Prozent auf dann 20 Prozent angehoben werden solle. Demnach müssten die Landwirte vom kommenden Jahr an den Normalsatz auf Düngemittel zahlen.
 
Darüber hinaus will die Pariser Regierung 2014 eine CO2-Steuer einführen. Diese werde Benzin, Diesel, Steinkohle, Erdgas und Heizöl betreffen. Allerdings solle die CO2-Steuer im ersten Jahr noch durch eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes abgemildert werden. Von 2014 an sollen sieben Euro pro Tonne CO2 fällig werden, ab 2015 dann 14,50 Euro pro Tonne. Bis 2016 solle die Abgabe auf 22 Euro je Tonne CO2 ansteigen, kündigte Ayrault an. Die Regierung verspricht sich seinen Ausführungen zufolge 2015 aus der CO2-Steuer Einnahmen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro; für 2016 rechnet sie mit rund vier Milliarden Euro.

Französischer Bauernverband zeigt sich kritisch

Der französische Bauernverband (FNSEA), der auch auf der Umweltkonferenz vertreten war, zeigte sich in einer ersten Reaktion kritisch. Er sieht in einer Anhebung des Mehrwertsteuersatzes auf Düngemittel "nicht den richtigen Hebel", um die aus der Landwirtschaft stammenden Nitrateinträge zu reduzieren. Besorgt zeigte sich der FNSEA angesichts der CO2-Steuer, von der die Landwirtschaft offenbar nicht verschont bleibe.
 
FNSEA-Vizepräsidentin Christine Lambert kritisierte, dass auf der Umweltkonferenz nichts über die Begleitung der Landwirte bei der Schaffung von Wasserspeichern gesagt worden sei, obwohl dies bei einem Runden Tisch erörtert worden sei. Die Dachorganisation der Landwirtschaftskammern (APCA) forderte wirksamere Instrumente zur Verbesserung der Wasserqualität. 
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