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Wirtschaft

Düngerlager: So leer wie seit langem nicht mehr

AgE
am
01.10.2013

Bonn - Wegen der unsicheren Marktlage legen Landhändler nur wenig Ware auf eigene Rechnung ins Lager. Landwirte halten sich trotz niedriger Düngemittelpreise mit Bestellungen zurück.

Die Düngerlager beim Landhandel in Deutschland sind so leer wie seit etlichen Jahren nicht mehr. Der Vizepräsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Dr. Horst Bremer, sprach am vergangenen Mittwoch in Bonn vor Journalisten von einer "historisch niedrigen" Einlagerung. Der Handel lege sich in der aktuell unsicheren Lage nur in geringem Umfang Ware auf eigene Rechnung ins Lager. Für das laufende Wirtschaftsjahr erwartet der Landhändler ein kompliziertes Düngemittelgeschäft. 
 
Obwohl die Düngemittelpreise im langjährigen Vergleich zurzeit relativ niedrig seien, hielten sich die Landwirte mit Bestellungen zurück. Bremer wies darauf hin, dass die Preise für Harnstoff in den vergangenen zwölf Monaten deutlich nachgegeben hätten. Relativ stabil seien dagegen die Preise für Kalkammonsalpeter geblieben, der von den Handelsstufen aber als zu teuer angesehen werde. Im Schnitt sei Stickstoff so billig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auch die Preise für Diammoniumphosphat (DAP) und Trisodiumphosphat (TSP) seien aufgrund voller Lager bei den Produzenten unter Druck geraten.
Preise für Pflanzenschutzmittel werden leicht steigen
 
Von Schockwellen sprach der BVA-Vizepräsident mit Blick auf den Kalimarkt und der Ankündigung des russischen Produzenten Uralkali, aus dem Kaliexportverbund mit dem weißrussischen Partner auszutreten. Welche Auswirkungen dies auf die Kalipreise in Deutschland habe, sei noch offen. Generell empfahl Bremer den Landwirten, bei dem aktuell relativ niedrigen Preisniveau für Düngemittel zumindest Teilmengen abzusichern. Die Preise für Pflanzenschutzmittel werden nach Einschätzung des BVA-Vizepräsidenten unter dem Strich moderat steigen.
 
Während sich die innovativen Getreidefungizide um fünf Prozent (%) und mehr verteuern dürften, sei bei den generischen Produkten mit Abschlägen zu rechnen. Die generischen Erzeugnisse, die mittlerweile einen Anteil von mehr als 15 % am gesamten Markt hätten, grenzten den Spielraum für Preissteigerungen ein. Die große Herausforderung für den Handel sei die Verfügbarkeit der Ware, führte Bremer aus. Auch 2013/14 werde es Angebotsengpässe geben, zeigte er sich überzeugt. Die Landwirte sollten sich deshalb rechtzeitig mit ihrem Händler abstimmen. Das Herbstgeschäft mit Pflanzenschutzmitteln ist dem Landhändler zufolge gut angelaufen. Die Branche sehe der Saison vorsichtig optimistisch entgegen.

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