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Lebensmittelversorgung

Dürre in Italien: Molkereien fehlt Wasser – Parmesan bald knapp?

Parmigiano Reggiano aus Norditalien
am Mittwoch, 06.07.2022 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Die Dürre in Italien macht besonders den Bauern zu schaffen. Produzenten des berühmten Parmigiano Reggiano sehen die Versorgung ihrer Milchkühe gefährdet, weil diese vom Wasser des Po abhängt. Deshalb könnte Parmesan knapp werden.

In Supermärkten wie Rewe, Kaufland und Co. könnte Parmesan bald knapp werden, weil die Produktion in Italien momentan nicht rund läuft. Ausgelöst hat das die schlimmste Dürre seit 70 Jahren, die in Italien durch einen trockenen Winter und einen noch trockeneren Frühling zustande gekommen ist.

Vor allem die nördlichen Regionen Italiens leiden unter der Dürre. Der Fluss Po hat einen historischen Tiefstand erreicht. Viele Bauern sehen ihre Existenz bedroht. Der Nachrichtensender CNN teilte mit, dass auch der Parmesan dem Hitzekollaps erliegen könnte.

Molkereien in der Po-Ebene kämpfen mit der Trockenheit

Etwa die Hälfte der Viehzüchter in der Po-Ebene ist von der historischen Trockenheit bedroht. Einige Rinder produzieren die Milch für den in der Region typischen Parmigiano Reggiano. Hersteller des bekannten Parmesankäses berichten, dass die Versorgung ihrer Milch-Kühe vom Wasser des Po abhängt.

Simon M., ein Landwirt aus der Region, erklärte CNN gegenüber, dass seine 300 Kühe täglich 100 bis 150 Liter Wasser trinken. Tun sie das nicht, leidet die Qualität des Parmesans. Schlimmstenfalls würde das Produkt nicht das notwendige Qualitätssiegel erhalten.

„Das letzte Mal, dass der Fluss niedrig war, war 2003. Diesmal ist es viel, viel schlimmer. Es gibt keinen Regen, keinen Schnee und hohe Temperaturen“, teilte Ada Giorgi, Vorsteherin des Pumphauses des Konsortiums, CNN mit.

Mit Material von CNN

Deutschland ist größter Parmesanimporteuer der Welt

Simon M. braucht auch für die Bewässerung von Früchten und Pflanzen Wasser. Mit diesen will er schließlich seine Kühe versorgen. Bald muss er womöglich die Zahl seiner Kühe reduzieren, was dann noch weniger Milch hieße. Das wiederum hieße weniger Parmesan, der nach Deutschland exportiert werden kann.

Durch den Wassermangel ist auch der Anbau von Futtermitteln für die Tiere schwierig. Doch Simon M. braucht Wasser, um seine Pflanzen zu versorgen. „Wenn wir nicht genug Futter haben, werden wir die Bestände reduzieren müssen“, teilte der Landwirt CNN mit.

Das würde zu weniger Milch führen und das wiederum zu weniger Parmesan, der nach Deutschland exportiert werden kann. Parmesan könnte also ein heiß begehrtes Produkt im Supermarkt werden.

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