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Politik national

Eckpunkte zur neuen Düngeverordnung

© Mühlhausen/landpixel
von , am
04.12.2014

Das "Aktionsprogramm Klimaschutz 2020" soll den Ausstoß von Treibhausgasen sparen. Das Kabinett hat das Klimapaket gestern beschlossen. Darin enthalten sind auch Eckpunkte zur neuen Düngeverordnung.

Um die Nährstoffe in der Gülle gleich beim Befüllen des Tankwagens festzustellen, hat Zunhammer ein elektronisches Steuer- und Regelsystem namens TRISTA entwickelt. © Zunhammer
Die Bundesregierung will mit dem "Aktionsprogramm Klimaschutz 2020" bis zu 78 Millionen Tonnen Treibhausgase einsparen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Bundeskabinett ein Maßnahmenpaket beschlossen, das auch die Landwirtschaft betrifft. 
 
Im Bereich Landwirtschaft soll eine Energieberatung für landwirtschaftliche Unternehmen eingeführt und das  Bundesprogramm zur Förderung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau wieder aufgenommen werden.
 
Ein Kernpunkt aber ist die Novelle der Düngeverordnung. Mit deren Hilfe will die Regierung den Ammoniakausstoß "drastisch senken". Die Düngeverordnung soll 2015 in Kraft treten.

Novelle der Düngeverordnung

Aus dem Kabinettsbeschluss geht hervor, dass die Regierung auf emissionsarme Ausbringungstechniken von Wirtschaftsdünger setzen will. Auf unbestellten Ackerflächen soll eine sofortige Einarbeitungspflicht gelten. 
 
Weitere Eckpunkte der Düngeverordnung:
  • bundesweit einheitliche, verbindliche und zu dokumentierende Düngebedarfsermittlung
  • Verlängerung von Sperrfristen für die Düngemittelausbringung im Herbst und Winter
  • schrittweise Erhöhung der Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger
  • bessere Ausbringungstechniken, insbesondere Vorgaben zur Nutzung emissionsreduzierter Ausbringungstechnik für flüssigen Wirtschaftsdünger,
  • präzisere Vorgaben zum Nährstoffvergleich und Reduzierung des Kontrollwertes des Stickstoffsaldos und Erweiterung der Maßnahmen bei der Überschreitung der Kontrollwerte
Die neue Düngeverordnung soll 2015 in Kraft treten.

Gülletechnik: Hohe Kapazität und wenig Luftgehalt gefragt

Mehr Ökolandbau

Im Jahr 2013 wurde auf 6,4 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Ökolandbau betrieben. Diesen Anteil will die Regierung künftig auf 20 Prozent anheben. Nachdem im Ökolandbau kein Mineraldünger eingesetzt wird, sieht die Regierung darin den Hauptfaktor zur Treibhausgasreduktion. Weitere Faktoren seien der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und weniger Futtermittelzukauf.
 
Die Regierung will den Ökolandbau im Rahmen der GAK verstärkt fördern und das Bundesprogramm Ökologischer Landbau verstetigen. Ab 2015 will sie damit starten.

Erhalt von Dauergrünland

In Punkto Dauergrünland bleibt der Kabinettsbeschluss vage. Gemeinsam mit den Ländern will sich die Regierung für den Erhalt von Dauergrünland einsetzen, da der Umbruch von Dauergrünland sehr viel mehr CO2 freisetze, als bei der Neuschaffung wieder gebunden werden kann. Als Mittel zum Erhalt des Grünlands beruft sich die Regierung auf die jüngsten GAP-Beschlüsse und Schwerpunkte bei der Ausgestaltung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen auf Länderebene. Auch hier will man 2015 in die Umsetzung gehen.
 
Tiefere Informationen zum Greening finden Sie in unserem Themendossier ...

Schutz von Moorböden

"Die Kohlenstoffspeicherfunktion von Mooren kann bei nahezu vollständiger Vernässung wieder hergestellt werden", heißt es im Aktionsprogramm. Das habe auch positive Effekte auf den Wasserhaushalt und die Biodiversität. Unter Einbeziehung des Agrarressorts will die Regierung eine Bund-Länder-Zielvereinbarung schließen. Als Grundlage dient ein Positionspapier der Bund-Länder Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung ( LANA ) vom November 2012.
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