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Wirtschaft

Einkaufsratgeber WWF: 90 Prozent Fleisch und Wurst fallen durch

ah
am
13.05.2015

90 Prozent der in Deutschland angebotenen Fleisch- und Wurstwaren erfüllen nicht die Mindestanforderung an ökologische Nachhaltigkeit, bilanziert der WWF. Einige wenige Produkte kommen gut weg.

Der WWF hat einen Einkaufsratgeber zu Fleisch- und Wurstwaren vorgelegt. Darin kommt er zu dem Schluss, dass 90 Prozent der in Deutschland angebotenen Fleisch- und Wurstwaren die Mindestanforderungen an ökologische Nachhaltigkeit nicht erfüllen.
 
Für die Bewertung hat der WWF Produktionsmethoden, Labels und Warenklassen angesehen und nach einem Ampelsystem bewertet.
 
Als "insgesamt empfehlenswert" stuft er Bio- oder Neuland-Produkte, Weide- und Wildfleisch ein. Zusammen erreichen diese Produkte weniger als zehn Prozent Marktanteil.

Gute Wahl: Fleisch und Wurst mit Biosiegel

Produkte mit dem EU-Biosiegel stuft der WWF als "Gute Wahl" ein. In die gleiche Kategorie fallen Verbands-Biosiegel wie Bioland, demeter, Naturland, Biopark und Biokreis, weil sie neben den EU-Mindestanforderungen Zusatzkriterien erfüllen (beispielsweise weniger Zusatzstoffe und mehr hofeigenes Futter).
 
Auch europäisches Wildfleisch aus nachhaltiger, regulierter Jagd verbindet der WWF kaum mit negativen ökologischen Auswirkungen.

Zweite Wahl: Das Neuland-Siegel

Zweite Wahl ist für den WWF das Neuland-Siegel. Es habe höhere Tierhaltungsstandards als konventionelle Ware; zudem greife man auf gentechnikfreies Soja und heimische Futtermittel zurück. Eine Produktion nach Bio-Kriterien ist jedoch nicht vorgeschrieben. Der Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger im Ackerbau wird weiterhin erlaubt.
 
Auch regionales Weidefleisch wird positiv bewertet, da es überwiegend ohne Kraftfutter auskomme und "eine bessere Tierhaltung hat". Da es jedoch kein einheitliches Zertifizierungssystem oder Siegel gibt, wird es vom WWF "gelb" bewertet. 

Lieber nicht: Konventionelle Fleisch- und Wurstwaren

Konventionelle Fleisch- und Wurstwaren fallen beim WWF glatt durch. Im Einkaufsratgeber tragen diese Produkte das Label "Lieber nicht". Der WWF begründet dis mit "enormen ökologische Auswirkungen" und "ungenügenden Anforderungen an die Tierhaltung".
 
Konventionelle Fleisch-Markenlabels, also Fleisch welches mit Zusatzkriterien versehen ist, haben nach WWF-Ansicht in der Regel keine nennenswerten Anforderungen mit ökologischem Mehrwert und seien meist reine Marketinginstrumente.
 
Auch das QS-Siegel erfülle nur minimalste Anforderungen an die Tierhaltung und keine ökologischen Nachhaltigkeitskriterien. Wegen hoher CO2-Emissionen rät der WWF von importierter "Flug- oder Schiffware" ab.
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