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Wirtschaft

Einkommen der österreichischen Landwirte leicht angestiegen

Externer Autor ,
am
18.12.2010

Wien - Nach herben Einkommensverlusten in der österreichischen Landwirtschaft im Jahr 2009 konnten die Agrareinkommen 2010 teilweise wieder aufholen.

Erste Schätzungen im Rahmen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung von Statistik Austria ergeben einen Zuwachs der realen Agrareinkommen (gemessen als preisbereinigtes Faktoreinkommen je Arbeitskraft) um 12,4 Prozent gegenüber 2009, nach Rückgängen um 3,1 Prozent im Jahr 2008 bzw. 21,4 Prozent im Jahr 2009.

Die realen Einkommen pro Arbeitskraft 2010 lagen jedoch nach wie vor deutlich unter dem sehr hohen Niveau des Jahres 2007 (Minus 14,4 Prozent). Die starken Schwankungen der Agrareinkommen in den letzten Jahren sind auf die gestiegene Volatilität der Preise und Kosten für landwirtschaftliche Produkte zurückzuführen.

Hauptfaktoren für die Einkommensentwicklung 2010

Das Jahr 2010 war von witterungsbedingten Ertragseinbußen in der pflanzlichen Erzeugung gekennzeichnet, gleichzeitig erholten sich die Erzeugerpreise für eine Reihe von landwirtschaftlichen Produkten kräftig. Das Volumen der pflanzlichen Erzeugung nahm infolge niedrigerer Erntemengen im Getreide- und Obstbau bzw. der sehr geringen Weinernte um 6,3 Prozent gegenüber 2009 ab.

{BILD:139085:jpg}Höhere Erzeugerpreise für Getreide und Milch

Das tierische Produktionsvolumen hingegen blieb laut ersten Berechnungen im Vorjahresvergleich stabil. Der Anstieg der Erzeugerpreise betraf vorwiegend pflanzliche Erzeugnisse und Milch, während bei den Fleischpreisen ein leichter Rückgang festzustellen war. Der Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Herstellungspreisen erhöhte sich im Vorjahresvergleich nominell um rund 4,8 Prozent. Den höchsten Beitrag zu diesem Anstieg lieferte der Getreidebau, gefolgt von der Milchproduktion bzw. der Erzeugung von Ölsaaten und Ölfrüchten.

Erzeugungskosten fielen höher aus als 2009

So stieg der Aufwand der Landwirtschaft für Vorleistungen laut ersten Schätzungen um 1,9 Prozent. Dabei nahmen die Treibstoffpreise nach ihrem Rückgang im Jahr 2009 wieder kräftig zu, während die Preise für Düngemittel stark sanken. Die Abschreibungen der Landwirtschaft für das Anlagevermögen erhöhten sich um 1,5 Prozent.

2010 gibt es erstmals eine Milchkuhprämie

Bei den Agrarförderungen erfolgte 2010 eine weitere Entkoppelung produktbezogener Maßnahmen, was im Rahmen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung eine Umschichtung zwischen Gütersubventionen und sonstigen Subventionen bewirkte. Neu eingeführt wurde die Milchkuhprämie. In Summe stiegen die im Rahmen der Einkommensberechnung berücksichtigten Förderungen und Leistungsabgeltungen gegenüber 2009 um 1,0 Prozent.

Der Landwirtschaftliche Arbeitseinsatz rückläufig

Die dargestellten Entwicklungen führten zu einer Zunahme des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens um 11,5 Prozent. Der durch den Strukturwandel bedingte Rückgang der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte wurde für 2010 auf 1,4 Prozent geschätzt. Je Arbeitskraft fiel der durchschnittliche Einkommensanstieg damit etwas höher aus (nominell: Plus 13,1 Prozent). Deflationiert mit dem impliziten Preisindex des BIP ergab sich ein realer Anstieg des Faktoreinkommens je Arbeitskraft um 12,4 Prozent. (pd)

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