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Ernährung und Gesundheit

Einmal wöchentlich 100 Gramm frisches Obst

Externer Autor ,
am
22.02.2010

Stuttgart - In den meisten der sieben Bundesländer, die das EU-Schulobstprogramm durchführen wollen, steht die Kampagne kurz vor der Umsetzung. Baden-Württemberg startet heute mit dem Schulobstprogramm.

Baden-Württemberg will noch im aktuellen Schulhalbjahr mindestens einmal pro Woche wenigstens 100 Gramm frisches Obst und Gemüse an Jungen und Mädchen in Kindertageseinrichtungen und anderen vorschulischen Einrichtungen, Grundschulen und Schulen mit besonderer pädagogischer Aufgabenstellung verteilen.

Dabei sollen Ressortangaben zufolge alle Lehreinrichtungen dieser Kategorien an dem Programm teilnehmen können. Zu den Bedingungen gehören unter anderem die Umsetzung der von der EU vorgeschriebenen begleitenden pädagogischen Maßnahmen und die Teilnahme an der Bewertung des Programms. Besondere Bedeutung werde auf die Regionalität und Saisonalität der Produkte gelegt, unterstrich das Ministerium. Dennoch könnten neben heimischen Erzeugnissen wie Äpfeln, Kirschen und Radieschen durchaus auch Mandarinen und Kiwis ausgegeben werden.

"Schülerinnen und Schüler müssen im heutigen Schulalltag immer größere Leistungen erbringen. Um gesund und fit durch den Tag zu kommen, ist eine vielseitige Ernährung mit frischem Obst und Gemüse unerlässlich", sagte die Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Friedlinde Gurr-Hirsch, heute anlässlich der offiziellen Auftaktveranstaltung in der Wilhelmsschule in Stuttgart-Untertürkheim.

Kofinanzierung von EU-Mitteln

Nach dem Verteilschlüssel der EU stehen Baden-Württemberg für die Finanzierung des Vorhabens in diesem Schuljahr rund zwei Millionen Euro zur Verfügung. Die Kofinanzierung in jeweils gleicher Höhe soll durch Dritte erfolgen, etwa durch Schulen, Fördervereine und Sponsoren. Die Finanzierung über Mittel aus dem Landeshaushalt sei nicht vorgesehen.

Insgesamt wollen deutschlandweit sieben Bundesländer an dem Programm teilnehmen. Ebenfalls im aktuellen Schulhalbjahr starten Aktionen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Sachsen-Anhalt will im August zum Schuljahr 2010/11 mit der Umsetzung beginnen, ebenso wie Thüringen. Das Saarland hat das Programm in einer ersten Projektphase bereits im vergangenen November und Dezember seiner Einschätzung nach erfolgreich in insgesamt 71 Grundschulen realisiert. Eine zweite Projektphase soll im April anlaufen.

Bayerischer Landtag entscheidet im Frühjahr

Das nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass das Programm ab Mitte März umgesetzt wird. Im laufenden Schuljahr sollen Kinder in den Klassen eins bis vier an öffentlichen und privaten Schulen täglich 100 Gramm frisches Obst und Gemüse erhalten, erläuterte das Ressort. Die Zahl der beteiligten Schulen sei begrenzt. Die Teilnehmer würden mittels eines Bewerbungs- und Auswahlverfahrens ermittelt. Insgesamt stehen in Nordrhein-Westfalen vier Millionen Euro für die Programmumsetzung zur Verfügung, jeweils zwei Millionen Euro aus Mitteln des Landes und der EU.

Auch in Bayern soll sich das Programm im aktuellen Schuljahr zunächst an Grundschulkinder richten, wobei Ressortangaben zufolge auch in diesem Bundesland nicht alle der insgesamt 2.500 geeigneten Lehreinrichtungen teilnehmen werden. Es sei geplant, die Jungen und Mädchen einmal die Woche vorzugsweise mit saisonalem und regional erzeugtem Obst und Gemüse zu versorgen. Der Start der Aktionen ist dem Ministerium zufolge für März oder April geplant, wenn der Landtag über eine 50-prozentige Kofinanzierung in Höhe von rund zwei Millionen Euro entschieden hat.

90 Millionen Euro aus Brüssel

Für das EU-Schulobstprogramm stellt Brüssel für alle Mitgliedstaaten jährlich insgesamt 90 Millionen Euro zur Verfügung, davon rund 20 Millionen Euro für Deutschland. Die hälftige Kofinanzierung der Maßnahmen erbringen die Mitgliedstaaten. In Deutschland musste in der Frage der Kostenträgerschaft im vergangenen Jahr der Vermittlungsausschuss angerufen werden. Dieser entschied im September, dass die Kofinanzierung durch die Länder und nicht durch den Bund zu schultern ist. (AgE/pd)

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