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Wirtschaft

Einnahmenrückgang im Agrarsektor

Externer Autor
am
26.01.2010

Prag - Die tschechische Landwirtschaft hat das vergangene Jahr mit deutlich schlechteren wirtschaftlichen Ergebnissen abgeschlossen. Die wichtigste Ursache dafür sei ein Rückgang der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise.

Nach Schätzungen der nationalen Landwirtschaftskammer (AKCR) lag der Gewinn bei lediglich ein bis zwei Milliarden Tschechischen Kronen (38,2 bis 76,4 Millionen Euro) gegenüber 9,7 Milliarden Tschechischen Kronen (381,8 Millionen Euro) im Vorjahr. Die wichtigste Ursache dafür sei ein Rückgang der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise im Jahresvergleich um insgesamt etwa ein Viertel, erklärte Kammerpräsident Jan Veleba vergangene Woche vor Journalisten in Prag.

Folglich seien die Erlöse des Agrarsektors um insgesamt rund 20 Milliarden Tschechischen Kronen (763,9 Millionen Euro) geschrumpft. Etwa die Hälfte dieser Einbußen sei auf die Mindereinnahmen bei Getreide und weitere sechs Milliarden Tschechischen Kronen (229,2 Millionen Euro) auf die bei Milch zurückzuführen. Den Rückgang der Getreidepreise erklärte Veleba unter anderem mit dem fortschreitenden Abbau der inländischen Tierbestände. Am schwersten seien vom Preisverfall aber die Milchbauern betroffen, indem sie ihr Produkt im Laufe des gesamten Berichtsjahres unter den Produktionskosten veräußert hätten.

Ohne die Unterstützungen aus Brüssel und Prag würde die Branche im tiefen Verlustbereich landen, resümierte der AKCR-Präsident. Die offiziellen Angaben über die Jahresergebnisse 2009 sollten Ende Februar veröffentlicht werden. Ob diese aber die Situation im Agrarsektor wahrhaft widerspiegeln, sei laut Veleba fraglich. Ihm zufolge sollen mehrere Betriebe versucht haben, ihre Probleme herunterzuspielen, um den Verlust von Bankkrediten zu vermeiden. (aiz)

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