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Ernährung und Gesundheit

Einzelhandel setzt auf gentechnikfreies Soja

pd/Informationsdienst Gentechnik
am
11.05.2013

Brüssel - Die größten europäischen Einzelhandelsketten habe sich diese Woche mit der 'Brüsseler Soja-Erklärung' verpflichtet die Produktion von GVO-freiem Soja in Brasilien zu fördern.

Wie der Informationsdienst Gentechnik berichtet, wollen mehrere Supermarkt-Konzerne das Geschäft mit Eiern, Fleisch und Milch "ohne Gentechnik" fortführen. Deshalb müsse in Brasilien auch weiterhin gentechnikfreies Soja angebaut werden, forderten die Unternehmen aus Deutschland, Belgien, Österreich und Portugal am Mittwoch in ihrer "Brüsseler Soja-Erklärung". In Anbauländern wie den USA und Argentinien gibt es kaum noch Sojapflanzen, die nicht genmodifiziert sind. In der gemeinsamen Erklärung bieten die Einzelhandelshäuser ihre Unterstützung für den brasilianischen Soja-Anbau an.
 
Wie die allerdings konkret aussehen könnte, wird nicht erläutert. Zu den Unterzeichnern aus Deutschland gehören Rewe, Edeka, tegut, Kaiser's Tengelmann, Lidl, Netto und Kaufland sowie europäische Konkurrenten. Als Maßnahmen schlagen sie unter anderem vor, den Saatgut-Zugang für Landwirte in Brasilien zu erleichtern und diese an den höheren Gewinnen "fair" zu beteiligen.
 

Versorgungsengpässe bei gentechnikfreiem Soja

Zuletzt hatten britische Einzelhändler angekündigt, nach mehreren Jahren wieder Produkte verkaufen zu wollen, die unter Einsatz von Gentechnik-Futtermitteln erzeugt wurden. Sie begründeten dies mit vermeintlichen Versorgungsengpässen bei gentechnikfreier Soja. Brasiliens Soja-Verbände widersprachen. Es gebe genügend nicht-transgene Soja, um den europäischen Bedarf zu decken. An der Donau gibt es unterdessen Bestrebungen, selbst Soja anzubauen. Mehrere Anrainerstaaten des Flusses haben sich zu diesem Ziel zusammen getan.

Grüne begrüßen Beschluss

Die Grünen begrüßen die Initiative der Handelsketten. "Eine veränderte Nachfrage aus Europa zugunsten gentechnikfreier Futtermittel sei ein wichtiges Signal an die Produzenten in Südamerika, dass sich gentechnikfreie Produktion für sie auch ökonomisch rechnet.", argumentiert Agrarsprecher der Grünen Harald Ebner.
 
Die Bundesregierung könnte Verbraucher, Landwirtschaft und Handel in ihrem Engagement für gentechnikfreie Lebensmittel jedoch mehr unterstützen: Durch eine aktive Bekanntmachung des Qualitätszeichens "ohne Gentechnik". Ministerin Aigner habe laut Ebner für das Siegel jahrelang keinen Cent im Haushalt bereitgestellt. Auch eine konsequente Eiweißstrategie auf nationaler und europäischer Ebene zur Verringerung der Gen-Soja-Importe werde von Schwarz-Gelb blockiert, so Ebner.
 

Hofreport: Sojaanbau im Versuch

 
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