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Die Eisheiligen: Mamertus

© agrarfoto.com
von , am
11.05.2016

Dr. Jurik Müller, Deutscher Wetterdienst-Meteorologe im Ruhestand, stellt die Eisheiligen und deren Hintergründe vor. Am 11. Mai ist Mamertus.

Kältere Witterungsperioden im Weidemond oder Marienmond (alte Bezeichnungen für den Mai), auch wenn sie nicht mit Frösten einhergehen, treten häufig dann auf, wenn hoher Luftdruck im Nordwesten tiefem Druck im Südosten Mitteleuropas gegenübersteht. Bei einer derartigen Luftdruckverteilung wird die jahreszeitlich bedingte, schnell vor sich gehende Erwärmung durch das Einströmen kalter nördlicher Luft unterbunden.

Der bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast regelmäßige Kälterückfall zwischen dem 11. und 15. Mai, der uns als Singularität der Eisheiligen im jährlichen Witterungsablauf bekannt ist, lässt sich in erster Linie auf die Wirkung starker nächtlicher Ausstrahlung des Bodens bei klarem Himmel in zur Ruhe gelangter, von Norden her eingeflossener Luft zurückführen.

Mamertus als Schutzpatron der Ammen

Am 11. Mai steht mit Mamertus der erste Vertreter des fünfköpfigen Regiments der Eisheiligen auf der Matte. Er gilt als Schutzpatron der Ammen. Mamertus, der aus Frankreich stammte, soll im Jahre 462 zum Bischof von Vienne berufen worden sein. Bekannt wurde Mamertus auch dadurch, dass er, nachdem die Stadt Vienne von Bränden und mehreren Erdbeben heimgesucht worden war, zu Bittgängen an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt aufrief. Er starb im Jahre 475.

Junger Fruchtknoten an Obstbäumen überaus frostempfindlich

Mitunter versetzt Mamertus, der speziell als norddeutscher Eisheiliger verehrt wird, die Gärtner in Schrecken, können doch Frostschäden an den Obstbaumblüten (insbesondere Apfel) schon bei geringen Kältegraden eintreten. Dabei sind die einzelnen Teile der Blüte in sehr verschiedenem Maße frostanfällig.

Während ausgereifter, befruchtungsfähiger Blütenstaub Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius schadlos überstehen kann, ist der junge Fruchtknoten mit Griffel und Narbe überaus frostempfindlich und zeigt erlittenen Schaden durch Bräunung an. Obstblüten sind um so mehr gefährdet, je näher sie sich dem Erdboden befinden, da sich in windstillen und wolkenarmen Frühlingsnächten die kälteste Luft in unmittelbarer Bodennähe bildet und in Geländevertiefungen zusammenfließt.

Zum Agrarwetter ...

Giftiges Jakobskreuzkraut erkennen und bekämpfen

Jakobskreuzkraut
Die Pflanze bildet im Frühjahr beziehungsweise als Jungpflanze im ersten Jahr Rosetten, überwintert im Rosettenstadium, bevor sie im zweiten Jahr Blühtriebe bildet. © Rasbak/wikipedia
Jakobskreuzkraut
Befinden sich nur wenige Pflanzen auf der Fläche, lohnt eine Einzelpflanzenentnahme per Hand. Das ist besonders effektiv bei Jungpflanzen (Rosetten), weil bei diesen die ganze Wurzel mit entfernt werden kann. Aus verbliebenen Wurzelstücken im Boden können bei günstigen Bedingungen rasch neue Pflanzen entstehen. © Eugen Winkelheide
Jakobskreuzkraut
Im zweiten Jahr wächst der aufrechte Stängel, der sich oberhalb der Mitte verzweigt. Erste blühende Pflanzen findet man ab Mitte Juni, die Hauptblütezeit ist Juli. Ein Abblühen und Versamen muss unbedingt verhindert werden. © AnRo0002/wikipedia
Jakobskreuzkraut
Ist bei flächenhaftem Auftreten ein Ausstechen nicht mehr möglich, rät die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz zu einem Schröpfschnitt.  Die Nachmahd der Weideflächen sollte erst möglichst spät bei Blühbeginn erfolgen. Bei zu früher Nachmahd bleiben die Pflanzen zu vital. © Schmutzler-Schaub/fotolia
Jakobskreuzkraut
Das Jakobskreuzkraut ist ein Windstreuer. Eine einzelne Kreuzkraut-Pflanze produziert bis zu 150.000 Samen. Als alternative Verwertung Jakobskreuzkraut-haltiger Aufwüchse wird die Biogasanlage empfohlen, da die Samen des Jakobskreuzkrautes in der Biogasanlage die Keimfähigkeit verlieren. © DrDoth/wikipedia
Jakobskreuzkraut
Grundsätzlich ist ganze Pflanze in allen Teilen stark giftig. Die Blüten weisen die höchste Konzentration an toxischen Alkaloiden auf, gefolgt von den Blättern. Mehr zur Bekämpfung lesen Sie in unserem Ratgeber. © Strobilomyces/Wikipedia
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