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Wetterphänomen

El Niño im Anmarsch: Kommt wieder ein Hitzesommer?

Hitzewelle
am Sonntag, 15.01.2023 - 05:00 (1 Kommentar)

Meteorologen sehen Anzeichen für das Auftreten eines El Niño. Damit drohen die Temperaturrekorde von 2022 schon wieder zu fallen.

Dieses Christkind bringt nichts Gutes. Ein neuer El Niño ist im Anmarsch, das ist spanisch für „Christkind“. Damit einher geht ein Wärmeschub für den Planeten. Meteorologen sehen bereits Anzeichen dafür im Pazifik. Damit endet auch die außergewöhnlich lange Phase von La Niña-Phänomenen. Die Hitzerekorde des Jahres 2022 könnten im Zuge von El Niño bald schon eingestellt werden.

Schon 2022 hatten Landwirte mit der Hitze zu kämpfen

Das vergangene Jahr war eines der heißesten seit Menschengedenken. Die Weltwetterorganisation schätzte die weltweite Durchschnittstemperatur im November auf etwa 1,15 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900. Zudem wiesen die Thermometer die Jahre 2015 bis 2022 als die acht wärmsten Jahre aus.

Für Deutschland war es mit einem Durchschnitt von 10,52 Grad Celsius das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Landwirte und Waldbesitzer haben mit Hitze und Trockenheit zu kämpfen gehabt. Pikant dabei ist, dass die letzten Jahre mit La Niña ein eher kühlender Effekt für die Atmosphäre vorgeherrscht hat.

El Niño bringt neue Sorgen für Ackerbauern und Tierzüchter

Nun ist El Niño zurück. In den nächsten Wochen könnte sich La Niña abschwächen und das Wetter in eine kurze neutrale Phase übergehen, bevor dann El Niño losgeht. Damit einher gehen veränderte Wettermuster auf dem ganzen Planeten - und mehr Wärme.

Ob der Effekt in Deutschland 2023 bereits zu spüren ist, lässt sich noch nicht sagen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 93 Prozent jedoch wird der Wärmerekord der letzten Jahre bis zum Jahr 2026 geknackt. Das heißt, jeder von den Alpen bis zur Nordsee, vom Rhein bis zur Oder ist gut beraten, wenn er sich auf weitere Hitze vorbereitet. Die Folgen des vergangenen Sommers mit monatelanger Dürre und Hitzewellen stecken vielen noch in den Knochen. Heu wurde knapp, Getreide notreif geerntet.

Warum warmes Wasser im Pazifik das globale Wetter beeinflusst

El Niño und La Niña sind zwei Phänomene, die das Wetter weltweit beeinflussen. Ihre Häufigkeit steigt mit dem Klimawandel. Fischer in Peru hatten bemerkt, dass sich Meeresströmungen manchmal gegen Ende des Jahres ändern, pünktlich zu Weihnachten. So kam El Niño in die Welt. Meteorologen nennen es „El Niño Southern Oscillation“ oder abgekürzt „ENSO“.

Kurz gesagt, gelangt dabei weniger kühleres Wasser im Südpazifik in höhere Breiten. Das Oberflächenwasser erwärmt sich stark. Warmes Wasser bedeutet aber auch mehr Wasserdampf, mehr Niederschläge, höhere Temperaturen. Zugleich sinkt die Wassertemperatur vor Australien und Indonesien. In der Summe bedeutet das etwa dort Trockenheit, in Südamerika Überflutungen. Wenn La Niña auftritt, bleibt im Westpazifik mehr warmes Wasser und beispielsweise mehr Überflutungen in Australien.

Europa und Deutschland nur am Rande von El Niño betroffen

Die beiden Wetterphänomene haben weltweit Auswirkungen. Auch bei uns können demnach die Durchschnittstemperaturen steigen. Aber so krass wie in Südamerika oder Südostasien wirken sich die veränderten Meeresströmungen im Pazifik nicht aus. Dennoch ist auch diesen Sommer bei uns eher mit zu hohen Temperaturen zu rechnen.

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