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Dorf und Familie

Elf Millionen Hektar: Größter Agrarbetrieb der Welt sucht Käufer

© jblah/fotolia.com
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Eva Eckinger , agrarheute
am
30.06.2015

Der weltgrößte private Viehbetrieb steht in Australien zum Verkauf. Für das Traditionsunternehmen mit über 170.000 Kühen und Bullen wird ein dreistelliger Millionenbetrag erwartet.

Der Betrieb produziert aktuell Rindfleisch für den Export nach Japan, in die USA und nach Südostasien. © jblah/fotolia.com
Das Gelände des größten privaten Viehbetriebs der Welt umfasst elf Millionen Hektar. Die Schweiz würde zum Beispiel drei Mal auf diese Fläche passen. Der Betrieb von "S. Kidman & Co Ltd" liegt in mehreren australischen Bundesstaaten sowie dem Northern Territory.
 
Er besteht aus riesigen, zum Teil Tausende von Kilometern voneinander entfernten Viehstationen, wie die Luzerner Zeitung berichtet. Bisher haben über 30 Bieter ihre Gebote abgegeben.

Auch Kaufinteressenten aus Europa

Makler Don Manifold von Ernst & Young South Australia zeigte sich am Montag gegenüber dem Nachrichtenportal news.com.au überrascht von dem Ansturm auf den landwirtschaftlichen Betrieb: "Das Interesse hat uns überwältigt", so Manifold. Auch Angebote aus Europa seien eingegangen.

Widerstand gegen möglichen ausländischen Besitzer

Diskussionen gibt es in Australien nun um den möglichen Käufer des Betriebs. Sollte es zu einem Verkauf ins Ausland kommen, hat Landwirtschaftsminister Barnaby Joyce bereits seinen Widerstand angekündigt.
 
"Das hat nichts mir Fremdenhass zu tun. Es ist genau das, was andere Länder tun. Kein anderes Land kann zum Beispiel in China oder Indonesien Land kaufen", so der Minister.

„Cattle-King“: 100 Jahre in Familienbesitz

Der Betrieb hat durchaus eine lange Tradition und war mehr als 100 Jahre im Besitz der Familie Kidman, den Nachfahren des legendären "Cattle-King" Sir Sidney Kidman, so die Luzerner Zeitung. Zum Unternehmen gehört auch Anna Creek in Südaustralien. Dabei handelt es sich um die größte einzelne Viehfarm der Welt. Anna Creek ist mit 2,4 Millionen Hektar immerhin größer als ganz Irland.

Geschätzter Kaufpreis: 224 Millionen Euro

Warum der 1899 gegründete Besitz nun von der Familie verkauft wird, ist unbekannt. Auch der Makler machte hierzu keinerlei Angaben. Wer auch immer die Fläche, die ein Drittel so groß wie Deutschland ist, letzten Endes ersteht, muss Experten zufolge wohl einen Betrag von um die 224 Millionen Euro auf den Tisch legen.
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