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Wirtschaft

Emmi legt im In- und Ausland zu

AgE
am
11.02.2014

Luzern - Der schweizerische Molkereikonzern Emmi hat im Geschäftsjahr 2013 sein Wachstum im In- und Ausland fortgesetzt.

Das Unternehmen erzielte einen Nettoumsatz von 3,29 Milliarden Schweizer Franken (Mrd sfr) (2,44 Mrd Euro) und konnte damit im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent zulegen. Organisch, also bereinigt um Akquisitions- und Fremdwährungseffekte, stieg der Nettoumsatz auf Konzernstufe um 1,6 Prozent.
 
Umsatzeinbußen gab es im ersten Halbjahr aufgrund rückläufiger Butter- und Milchpulverentlastungsexporte, verursacht durch ein niedriges Milchaufkommen. Bereinigt um diese Exporte belief sich das organische Wachstum des Konzerns auf 2,7 Prozent, was in der oberen Bandbreite der mittelfristigen Prognose von zwei Prozent bis drei Prozent liegt.

Caffè Latte bleibt ein starkes Zugpferd

Die insgesamt gute Umsatzentwicklung ist insbesondere auf eine Stärkung des Auslandgeschäfts zurückzuführen, wo Emmi rund 44 Prozent seiner Umsätze erzielte. International stiegen die Erlöse gegenüber 2012 um 26 Prozent. Ebenfalls erfreulich entwickelte sich aber auch der Heimatmarkt Schweiz; hier gab es ein Umsatzwachstum von 1,1 Prozent. Positive Beiträge zu dem insgesamt guten Jahresergebnis leisteten nach Angaben von Emmi alle Produktsegmente des Kerngeschäfts. Wesentliche Erfolgsfaktoren waren neben Caffè Latte die Käsespezialitäten im In- und Ausland sowie neue Marken in der Schweiz. Weitere positive Effekte entstanden durch Akquisitionen in jüngerer Zeit.

Positive Aussichten

Für das erste Halbjahr 2014 rechnet Emmi mit stabilen und vereinzelt leicht höheren Rohstoffpreisen. In der Schweiz dürfte der Einkaufstourismus stagnieren oder sogar leicht sinken, während von einem anhaltend hohen Importdruck ausgegangen wird.
 
An seinem wichtigsten Auslandmarkt USA erwartet das Unternehmen ein leicht verbessertes Konsumverhalten, in den Entwicklungsmärkten Chile und Tunesien sogar ein Wachstum. Gedrückt werde dagegen wahrscheinlich die Verbraucherstimmung in Südeuropa bleiben, besonders in Italien und Frankreich, während Spanien klare Anzeichen einer Stabilisierung zeige. In den mitteleuropäischen Staaten sollte es Emmi zufolge keine großen Veränderungen geben. Zudem geht der Konzern von einer insgesamt stabilen Währungssituation aus.

Käse im Ausland sehr gefragt

Stärkster Umsatzbringer im internationalen Geschäft war das Segment Käse mit insgesamt 517 Millionen Schweizer Franken (Mio sfr) (424 Mio Euro) und einem Zuwachs von 10,7 Prozent im Vergleich zu 2012. Frischprodukte erzielten ein Umsatzplus von 22,1 Prozent auf 474,7 Mio sfr (389 Mio Euro). Mit Molkereiprodukten erwirtschaftete der Konzern im Ausland 283,8 Mio sfr (196 Mio Euro). Die hier verzeichnete Steigerung um 84,3 Prozent war vor allem akquisitionsbedingt. Hemmend wirkten sich laut Emmi dagegen die stark rückläufigen Butterentlastungsexporte aus. Deshalb resultierte in diesem Segment organisch ein Rückgang um 2,7 Prozent. Beim Frischkäse stieg der Umsatz um 14,7 Prozent auf 53,2 Mio sfr (43,6 Mio Euro), während sich bei Pulver und Konzentraten eine leichte Erhöhung um 0,8 Prozent auf 25,2 Mio sfr (20,7 Mio Euro) ergab.

Neue Unternehmensorganisation

Emmi-CEO Urs Riedener wertete die Jahresergebnisse als Beleg dafür, dass sein Unternehmen das Produktportfolio in die richtige Richtung verändert und die Prioritäten richtig gesetzt habe. Mit der seit dem 1. Januar 2014 aktiven neuen Organisation und den Divisionen Schweiz, Europa und Amerikas seien weitere wichtige Voraussetzungen geschaffen worden, um das Geschäft im In- und Ausland weiter zu stärken. Starke Markenkonzepte in und aus der Schweiz, lokal im Ausland hergestellte Spezialitäten, eine Weiterentwicklung der Akquisitionen aus jüngerer Zeit sowie ein anhaltend striktes Kostenmanagement dürften in diesem Jahr positive Beiträge zur Entwicklung von Emmi leisten.
(Umrechnungskurs: 1 sfr = 0,8202 Euro)
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