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Krosser Pansen

Energie- und Betriebskosten: So spart der Bützler Hof in der Inflation

am Mittwoch, 20.07.2022 - 11:44

In der 2. Folge des Podcast „Krosser Pansen“ geht es um Inflation und steigende Betriebskosten. Sebastian Bützler verrät, wie er in seinem Betrieb und zu Hause Energie spart.


Von Dünger bis Klopapier: Inflation macht alle ärmer

„Egal, mit wem ich mich aktuell unterhalte, die Kosten steigen überall: Toilettenpapier bei ALDI kostet aktuell 4,59 €, und auch der Liter Milch wird teurer. Das spüre ich als Verbraucherin beim Einkaufen und Basti an den steigenden Betriebsmitteln, wenn er z. B. Dünger kauft“, sagt Desiree. 

Viele Verbraucher kaufen nur noch beim Discounter ein und schränken ihren Konsum von Lebensmitteln ein. Auch auf der Seite der Erzeuger gibt es viele Verlierer. Vor allem Tierhalter müssen für die Deckung ihrer Kosten tief in die Tasche greifen und die Kosten an die Verbraucher weitergeben. Das spiegelte sich in höheren Preisen für Milch, Eier und Fleisch wider.

Auch Desiree und Sebastian wollen sparen und sprechen deshalb in der zweiten Folge des Podcasts „Krosser Pansen“ über das Thema Energiesparen. 

Krise ohne Biomasse bewältigen? Geht nicht!

Sebastian Bützler setzt beim Energiesparen nicht nur auf eine PV-Anlage, sondern plant auch, eine Biogas-Anlage zu bauen. Energie aus Biomasse könnte bei der Energieversorgung eine große Rolle spielen. Aktuell liefern erneuerbare Energien knapp 20 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs.

Biogas hat daran einen Anteil von 55 Prozent. Basti würde gerne die Gülle, die auf seinem Betrieb anfällt, zur Energiegewinnung nutzen. Doch „rechtlich ist das nicht immer ganz einfach“, sagt er.

Basti spart ohnehin schon viel bei den Energiekosten, weil er zu Hause mit einem Kachelofen heizt. Und auch die Familie von Desiree nutzt den Ofen schon im Winter. „Letztendlich müssen uns alle überlegen, wie wir ressourcenschonender mit der Energie umgehen“, sagt Desiree.

Tank-oder-Teller: Stimmt die Theorie?

Der Tank-oder-Teller-Konflikt besagt, dass man in Krisenzeiten, wenn Lebensmittel knapp werden, auf Flächen, die normalerweise für den Anbau von Biokraftstoff genutzt werden, besser Nahrungsmitteln anbauen kann.

Wenn auf den Flächen weiterhin Pflanzen wie Palm-, Soja- oder Rapsöl sowie Zuckerrüben angebaut werden, um mit ihnen Energie zu erzeugen, anstatt Lebensmittel zu produzieren, entsteht die sog. Flächenkonkurrenz, auch bekannt als Tank-Teller-Konflikt.

Experten wie Prof. Dr. Gernot Klepper, Wirtschaftswissenschaftler am Kieler Institut für Weltwirtschaft, sind der Meinung, dass sich eine Konkurrenz von Biokraftstoffen und der Nahrungsmittelproduktion zwar nicht gänzlich abstreiten lässt. Pauschalisieren könne man aber nicht, weil man Zuckerrüben und Rapsöl sowohl für Sprit als auch die Ernährung anbaut. 

Desiree fragt Sebastian auch im Podcast „Krosser Pansen“, was er von der Tank-oder-Teller-Theorie hält. Hören Sie rein und besuchen Sie die beiden auf Instagram (@krossepansen).

Mit Material von www.die-debatte.org