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Ernährung und Gesundheit

England: Klonfleisch im Einzelhandel

Externer Autor
am
04.08.2010

London - In Großbritannien ist das Fleisch eines Nachkommen geklonter Rinder in den Einzelhandel gelangt. Ermittlungen der nationalen Lebensmittelbehörde (FSA) haben diesen Verdacht bestätigt.

Nach Angaben der FSA handelte es sich um zwei in Großbritannien ausgetragene Bullen, deren Embryonen von einer Klonkuh in den USA gewonnen worden waren.

Einer der Bullen wurde im Dezember 2006 geboren und im Juli 2009 geschlachtet. Sein Fleisch wurde verkauft und dürfte inzwischen verzehrt worden sein. Das zweite Tier wurde im März 2007 geboren und am 27. Juli dieses Jahres geschlachtet. Laut Angaben der FSA gelang es, die Vermarktung des Fleisches zu stoppen.

Milcherzeugung mit geklonten Kühen?

Die Behörde geht außerdem Hinweisen nach, dass Nachkommen geklonter Kühe in Großbritannien für die Milcherzeugung eingesetzt werden. Bislang wurde eine Kuh von geklonten Eltern, Dundee Paradise, entdeckt. Unklar ist noch, ob die Milch dieses Tieres vermarktet wurde. Inspekteure prüfen derzeit den Landwirtschaftsbetrieb.

Anonyme Hinweise lösen Ermittlungen aus

Die Untersuchungen der britischen Behörde wurden durch anonyme Aussagen eines britischen Landwirts ausgelöst. In der Zeitung "New York Times" hatte der Farmer am vergangenen Donnerstag zugegeben, Milch von Nachkommen geklonter Kühe zu vermarkten. Seither beschäftigt das Thema die britischen Medien und auch die Lebensmittelbehörde.

FSA: Kein Gesundheitsrisiko

Die FSA betonte, es gebe keine Hinweise, dass vom Fleisch geklonter Tiere oder deren Nachkommen ein Gesundheitsrisiko ausgehe. Die Vermarktung hätte aber einer Genehmigung nach der europäischen Novel-Food-Verordnung bedurft. Ein entsprechender Antrag ist in der FSA nicht eingegangen. (dlz agrarmagazin/leh)

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