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Ernährung und Gesundheit

England: Pferdefleisch-Skandal weitet sich aus

pd/ez
am
11.02.2013

London - Seit Wochen beschäftigt die Engländer Pferdefleisch in Fertiggerichten, das als Rindfleisch ausgewiesen wurde. Jetzt mehren sich Hinweise, dass der Skandal europäische Ausmaße annehmen könnte.

Seit Wochen sorgt ein Etikettenschwindel in Großbritannien für Empörung bei den Verbrauchern: Bereits im Januar wurde in Supermärkten in Großbritannien und Irland Pferdefleisch in Tiefkühl-Hamburgern entdeckt. Das Probelm: Laut Etikett sollten die Hamburger zu 100 Prozent Rindfleisch enthalten. Hersteller war damals McAdam Food - das Unternehmen machte seinen polnischen Zulieferer für die Verunreinigung verantwortlich.

Bis zu 100 Prozent Pferde- statt Rindfleisch

Vergangenen Donnerstag wurde jetzt erneut Pferde- statt Rindfleisch in Fertigprodukten entdeckt. Die britische Lebensmittelaufsicht Food Standards Agency hatte in elf von 18 Lasagnen Pferdefleisch entdeckt. Nach Angaben der FSA sei der Pferdefleischanteil zwischen 60 und 100 Prozent gelegen. Die Firma Findus, von der die Lasagne produziert wurde, hat die Lasagne zwischenzeitlich zurückgerufen - nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Schweden.
 
Laut Spiegel online Findus auch nach Deutschland geliefert. Ob dabei verunreingte Lebensmittel in den Handel gelangt sind, sei jedoch noch nicht bekannt.
 
Auch zwei von Aldi in England vertriebene Fertigprodukte haben Pferde- statt Rindfleisch enthalten.

Fleisch auf verschlungenen Pfaden

Findus hat Spiegel online zufolge mittlerweile auf Betrug gegen Unbekannt geklagt. Denn wo und wie das Pferdefleisch in die Produkte gelangte, ist nach wie vor rätselhaft. Sämtliche Gerichte wurden, so der Spiegel, von dem französischen Unternehmen Comigel produziert. Das Fleisch stamme jedoch von der Firma Spanghero aus Südwestfrankreich. Dieses Unternehmen widerum beschuldigt einen rumänischen Lieferanten. Benoit Hamon, der französische Verbraucherminister ließ daraufhin wissen, dass das rumänische Fleisch über Zwischenhändler in Zypern und den Niederlanden nach Frankreich gelangt sei.
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