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Umwelt

Enthauptete Wölfe: Polizei tappt im Dunkeln

dpa/Katharina Krenn/agrarheute
am
19.10.2015

In Brandenburg wurden im vergangenen Jahr zwei erschossene Wölfe ohne Kopf aufgefunden. Die Spurensuche erweist sich als schwierig. Die Kriminalpolizei vermutet, dass die Wolfsköpfe zu Jagdtrophäen wurden.

Immer wieder werden getötete Wölfe aufgefunden. Im Sommer 2014 gab es den ersten Fund eines enthaupteten Wolfs bei Lieberose an einer Bundesstraße. Im darauffolgenden Dezember einen weiteren im Elbe-Elster-Kreis an der Grenze zu Sachsen. Zunächst prüfte das Landeskriminalamt einen Zusammenhang, der mittlerweile aber so gut wie ausgeschlossen wird. "Wir gehen von zwei Einzeltätern aus", sagt der Kommissariatsleiter für schwere Umweltkriminalität, Harry Jäkel.

Motiv: Jagdtrophäe

Warum wurden die Wölfe geköpft? Jäkel sieht als mögliches Motiv eine Trophäensammlung. Es könne aber auch sein, dass der Täter Spuren verwischen wollte, ergänzt er. Im Fall bei Lieberose gibt es noch Hoffnung, den Schützen zu finden. Die Ermittler bitten um Hinweise aus der Bevölkerung: Neben dem geköpften Wolf lag eine Tasse. Die Polizei will herausfinden, wie lange sie schon dort war. Möglicherweise kann auch geklärt werden, ob solche Tassen in der umliegenden Gastronomie eingesetzt werden.

'Aasfresser machen Spuren kaputt'

Für die Ermittler beginnt mit jedem erschossenen Wolf eine schwierige Spurensuche. Das liegt laut Jäkel daran, dass die Tiere in Waldgebieten getötet werden was bedeutet, dass es selten Zeugen gibt. "Dann kommen Aasfresser, die Spuren kaputt machen." Nicht immer ist eindeutig, ob überhaupt ein Schütze hinter einem Wolfstod steckt. Das zeigte unlängst ein Beispiel aus Siegadel: Ein Jagdpächter hatte beim Pilzsuchen einen toten Wolf entdeckt - scheinbar mit einem Einschussloch in der Schulter gesteckt. Bei einer Untersuchung stellte sich dann nach Angaben des Umweltministeriums heraus, dass dies vielmehr eine Bisswunde war.

Dunkelziffer Wolfstötungen

Butzeck geht davon aus, dass nicht jeder erschossene Wolf auch gefunden wird. Es könne durchaus sein, dass tote Tiere vergraben würden. Dass ein Täter ermittelt wird, kommt selten vor. 2013 hatte es in Koblenz in Rheinland-Pfalz ein Verfahren gegen einen Jäger gegeben, weil er einen Wolf im Westerwald erschossen haben soll. Der Mann hatte angegeben, das Tier für einen wildernden Hund gehalten zu haben. Der Prozess wurde gegen Auflagen eingestellt. Der Wolf, bei dem es sich um den ersten in dem Bundesland seit rund 120 Jahren gehandelt haben soll, kam als Präparat in ein Museum.
 

Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

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