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Wirtschaft

ErlebnisBauernhof: Ohne weltweiten Handel geht nichts

ah
am
18.01.2015

Erdbeeren aus Ägypten, Äpfel aus Neuseeland - der internationale Agrarhandel machts möglich. Deutschland ist auf diesem Markt weltweit aktiv, aber der Handel bringt auch negative Seiten mit sich.


"Weltweiter Handel gehört heute zu jedem Bauernhof und auch zu der Ernährung der Bevölkerung dazu", erklärt Klaus Münchhoff zum heutigen Thema auf dem grünen Sofa beim ErlebnisBauernhof in Berlin. Münchhoff ist selbst praktizierender Landwirt und FNL-Botschafter. "Der internationale Agrarhandel ist sehr wichtig, ohne ihn könnten wir unsere Anlagen nicht vollständig bedienen und wären bei der Weiterverarbeitung nicht ausgelastet", pflichtet Petra Sprick, Geschäftsführerin von Ovid (Verband der Ölsaaten und verarbeitenden Industrie) bei.
 
Durch den internationalen Handel könne Deutschland mehr produzieren, als auf dem heimischen Markt abgesetzt wird. Dies berge nach wie vor große Chancen für die heimische Landwirtschaft, führt Münchhoff aus.
 
Es gebe aber auch Risiken, so die OVID-Geschäftsführerin Sprick. Als Beispiel nannte sie den Import von Soja- oder Rapspflanzen. Hier könne es durch den weltweiten Agrarhandel zu Verunreinigungen von Partien kommen. Im schlimmsten Falle könne dies bis hin zu Rückrufaktionen führen, die keine Versicherung abdecke. Des Weiteren sei auch der Anbau von gentechnisch veränderten Produkten in anderen Ländern viel verbreiteter, diese wolle der deutsche Verbraucher jedoch nicht haben. Problematisch  sei momentan natürlich auch der russische Importstopp, der den Markt verzerre, wodurch auch Transparenz verloren gehe.

Agrarhandel: Unterschiedliche Standards zwischen den Ländern

Münchhoff fügte an, dass er als einzelner Landwirt nur geringen keinen Einfluss darauf habe, wohin seine Ware gehe, nichtsdestotrotz sei der internationale Agrarhandel ein absolutes Muss. Handel bedeute Geben und Nehmen. "Während wir in Deutschland in der Lage sind, mehr Getreide zu erzeugen als notwendig, sind wir auf der anderen Seite gezwungen, genug Rindfleisch für die Ernährungssicherung einzuführen."
 
Seiner Meinung nach müssen sich bei diesem Wechselspiel aber auch die internationalen Rahmenbedingungen verbessern. Die Entlohnung der Mitarbeiter und der Einsatz von Pflanzenschutz differenziere von Land zu Land und entspreche in vielen Ländern oft nicht den hohen deutschen Standards. Sehen sie weitere Details im obigen Video.

ErlebnisCheck: Die deutschen Firmen auf den internationalen Märkten

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