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Ermittlungsverfahren

Ermittlungen gegen Günther Felßner: Das sind die Fakten

Porträt von Günther Felßner
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Anke Fritz, agrarheute
am
25.11.2016

Gegen den Vizepräsidenten des Bayerischen Bauernverbandes Günther Felßner läuft ein Ermittlungsverfahren wegen angeblicher Bodenverunreinigungen, die aus dem Stall seines Milchviehbetriebes stammen sollen. Felßner wehrt sich in einer Stellungnahme gegen die Vorwürfe.

Gegen den Vizepräsidenten des Bayerischen Bauernverbandes, Günther Felßner läuft ein Ermittlungsverfahren. Aufgrund einer anonymen Anzeige kam es am  Buß- und Bettag auf seinem Betrieb zu einer richterlich angeordneten Haus- und Stalldurchsuchung.

Der Bayerische Bauernverband ist über die Ermittlungen informiert, kann zu den Details mit Blick auf das laufende Verfahren allerdings nichts sagen. Dafür erläutert Felßner in einer persönlichen Stellungnahme die Fakten. Für ihn sind die Anschuldigungen in keiner Weise nachvollziehbar.

Das sind die Vorwürfe gegen Felßner

Wie Felßner in seiner Stellungnahme schreibt, wird ihm Folgendes zur Last gelegt:

  • über Rohrleitungen würde er Gülle und ähnliche Abfälle in ein Nachbargrundstück ableiten
  • nach Gülle riechende Rinnsale über mehrere 1.000 m² hätten sich hangabwärts ausgebereitet, die bis zu einem 200 m bis 300 m entfernten Bach führten (dort sei auch ein Trinkwasserbrunnen der Laufer Stadtwerke)
  • durch die Ableitung sei im Bereich des Baches Schaumbildung festgestellt worden und in dem Zwischengrundstück ein Buchenwald abgestorben
  • Das Wasser in den Rinnsalen, insbesondere am Bach, würde massive Verunreinigungen mit E. coli Bakterien sowie massive Überschreitungen der Ammoniumgrenzwerte der Trinkwasserverordnung aufweisen.

Felßner: 'Gülle läuft ausschließlich in Güllegrube'

Bei der Haus- und Stalldurchsuchung wurde laut Felßner bestätigt, dass die Gülle ausschließlich in die Güllegrube läuft. Diese sei, wie der Stall und die Güllekanäle auch, ordnungsgemäß errichtet. Selbst wenn, was nicht der Fall sei, Gülle auslaufen würde, könnte sie aufgrund der Geländeform nicht in das angeblich betroffene Nachbargrundstück laufen.

Die Berichterstattung, dass ein Silosickersaftbehälter nicht ordnungsgemäß betrieben bzw. regelmäßig entleert wurde, sei ebenfalls falsch, schreibt Felßner weiter.

Nachdem dieser Vorwurf nicht belegt werden konnte, suche die Polizei zwischenzeitlich Zeugen für diesen anonymen Vorwurf. Das Landratsamt selbst hätte nochmal ausdrücklich bestätigt, dass von dortiger Seite dieser Vorwurf nicht kommt.

Entwässerungskonzept lag beim Landratsamt vor

Felßner betont in seiner Stellungnahme, dass die ihm zur Last gelegten Verunreinigungen durch Oberflächenwasser keineswegs von ihm hervorgerufen werden können. "Von meinem Betrieb läuft ausschließlich Oberflächenwasser aus Rohrleitungen in das betreffende Nachbargrundstück. Das Wasserwirtschaftsamt wollte, dass ich durch dieses Nachbargrundstück das Oberflächenwasser über eine Leitung mit vorgeschaltetem Absetzbecken in den betreffenden Bach ableite, was es sicher nicht gefordert hätte, wenn es sich dabei irgendwelche Probleme hätte vorstellen können. Zunächst war der Grundeigentümer mit der Durchleitung einverstanden und es lag dem Landratsamt ein dementsprechendes Entwässerungskonzept vor. Zu meiner Überraschung entzog mir vor kurzem der Grundeigentümer die Erlaubnis zum Durchleiten. Daraufhin habe ich umgehend ein Planungsbüro beauftragt und in Abstimmung mit dem Landratsamt erneut ein Alternativkonzept erstellen lassen, das fristgerecht an das Landratsamt ging und dort zurzeit geprüft wird."

Felßner hofft nun auf eine schnelle Aufklärung und ist um Transparenz und Mitarbeit bemüht.

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