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Corona-Krise

Erntehelfer-Blog (Teil 2): Städter Timo hilft bei der Spargelernte

Timo Jaworr
am Mittwoch, 29.04.2020 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Fotograf Timo hilft auf einem Spargelbetrieb als Erntehelfer aus. Für agrarheute berichtet er von seinen ersten Erfahrungen.

Timo Jaworr ist Fotograf aus Hannover und hat aufgrund der Corona-Pandemie derzeit kaum Aufträge. Statt Däumchen zu drehen, möchte Timo als Erntehelfer auf landwirtschaftlichen Betrieben aushelfen. Auf der Plattform daslandhilft.de hat er nach Betrieben in seiner Nähe gesucht. Für agrarheute berichtet er von seinen ersten Erfahrungen als Spargelstecher:

Endlich hat es geklappt. Ich stehe zwischen den aufgeschütteten Spargeldämmen und steche den ersten Spargel ab. Bis es soweit war, hat es allerdings deutlich länger gedauert und wesentlich mehr Telefonate benötigt als ich erwartet habe. Die meisten Betriebe wollen nur Helfer, die die komplette Saison als Erntehelfer arbeiten. Bei einigen war es mit der Ernte noch nicht so weit. Nach langem Suchen habe ich mich entschlossen für einen Tag auf einem Spargelhof auszuhelfen, um zumindest einen Eindruck von der Arbeit als Erntehelfer zu bekommen.

Die Spargelstangen brechen leicht

Nun stehe ich also in Ahrbeck bei Hannover auf einem der Felder vom Spargelhof Lübbe, den Tanja und Matthias Lübbe betreiben. Mit mir zusammen sind es heute fünf Erntehelfer. Die anderen vier sind aus Polen, denn deutsche Erntehelfer haben die Lübbes bislang noch nicht gefunden.

Ich werde ausgestattet mit Handschuhen, dem Spargelstecher und einer Kelle, um die Löcher wieder glatt zu machen. Nach kurzer Einweisung geht es auch schon los. Ich habe meinen Platz unter der sogenannten Spargelspinne, die die Plane vom Erdwall hebt. Im Vergleich zu den geübten Saisonarbeitern arbeite ich anfangs sehr langsam. Und obwohl ich ziemlich vorsichtig bin, brechen mir immer wieder einige Spargelstangen ab. Das ist unangenehm, denn damit verliert der Spargel an Wert. Ich werde aber mit der Zeit immer besser und schneller.

Hitze und Rückenschmerzen

Nach den ersten zwei Stunden ist mein Tempo annehmbar, aber immer noch nicht so hoch, wie es sein sollte. Die Atmosphäre ist entspannt und in einem guten Rhythmus fahren wir Reihe für Reihe, Damm für Damm ab und füllen die Kisten mit Spargel. Es ist zwar ein wolkenloser Tag, aber Ende April noch nicht so heiß. An einem richtigen Sommertag von morgens früh um sechs bis zum frühen Abend auf dem Feld zu arbeiten, das stelle ich mir unangenehmer vor. Oder wenn es regnet. Die gebeugte Körperhaltung während des Spargelstechens wird sicherlich nicht von Physiotherapeuten empfohlen, lässt sich aber aushalten. Allerdings mache ich das ja auch nur einen Tag lang. Ein Kollege, der inzwischen seit zwei Wochen unter der Spargelspinne das weiße Gemüse erntete, klagt schon über sich leichte Rückenschmerzen.

Ich habe am Ende des Tages dann doch auch einen guten Teil zur Ernte beigetragen. Die Arbeit war zwar anstrengend, aber doch angenehm mit den anderen Helfern auf dem Feld und den sympathischen Landwirten Tanja und Matthias Lübbe.

Ein Städter lernt das Spargelstechen

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