Login
Dorf und Familie

Erschlagen von Strohballen, Weidepumpen und sterbende Betriebe

Matthias Ludwig
am
04.09.2015

Die Topthemen der Woche in unserer Community: Hat der Landwirt eine Mitschuld an einem erschlagenen Kletterer? Funktionieren Weidepumpen auch bei Kälbern? Und welche Folgen hat die Milchkrise?

Stroh stapeln (klick aufs Bild) © Landliveuser Inge
Strohballen erschlagen Mann
 
Drehung fragt: "Ein Mann wurde beim Erklettern einer Großballen-Feldmiete von umstürzenden Großballen erschlagen. [www.mdr.de]Tragisch und das nicht nur für den Getöteten und seine Familie, sondern auch für den "Erbauer" dieser schlecht/wackelig konstruierten Miete. Da war nicht nur der "Kletterer" fahrlässig?..."
 
HL1937 meint dazu: "Betreten von landwirtschaftlichen Flächen ist während der Vegetationszeit nicht erlaubt. Falls es diese Regelung woanders auch gibt. Und ein Spielplatz sind aufgestapelte Ballen auch nicht, das sollte man auch wissen."
 
Darauf antwortet nurich: "Aber unabhängig dessen, hat man immer mit dem Leichtsinn, der Dummheit oder sonstigem anderer Leute zu rechnen. Aber ich denke Schuldzuweisungen helfen keinem. Es ist tragisch was hier passiert ist, und daraus sollte man einfach lernen" 
 
Auch JW kommentiert es: "Problem bei der Sache ist aber, dass der Stapel vermutlich nicht vorschriftsmäßig errichtet wurde. Der Stapel muss auf festem und planen Untergrund sein, je nach Höhe muss er im Verband gebaut werden (oberste Lage) oder in Pyramidenform auslaufen, umfallen ausgeschloßen, auch wenn jemand hochklettert. Freistehen in dieser Höhe ist unzulässig, ganz Wurst ob das auf dem Feld ist oder in der Bergehalle. Mit einem Telelader kann man das recht gut aufbauen, wenn das nicht geht => nicht so hoch. So hätte ganz einfach ein tragischer Unfall verhindert werden können… Sollen ja auch schon Landwirte selber von Strohballen begraben worden sein."

BBV: Milchkrise zwingt tausende Betriebe zum Aufgeben

sonnenstrahlenverknoter kommentiert einen Beitrag auf agrarheute.com: "Ist das wirklich die "Milchkrise", die 1000-de Betriebe zur Aufgabe zwingt? Das Ende der Milchquote war lange genug angekündigt, mindestens 15 Jahre. Jetzt gibt es Betriebe, die haben die Zeit genutzt und sich darauf eingestellt und es gibt andere, .... die haben halt NIX gemacht, - nur gehofft, das die Quote doch verlängert wird. Das ist nu nicht eingetreten, und das ist gut so. Denn die Quote nutzt den Milchbauern am allerwenigsten - das haben viele Berufskollegen offenbar schon vergessen. Denn es gab auch zu Milchquotenzeiten mehrfach miserable Milchpreise für die Erzeuger!!! Wenn man nicht bereit ist, unternehmerische Risiken zu tragen (wie jeder Handwerks- oder Industriebetrieb auch) dann sollte man nicht unternehmerisch tätig sein. Zu keiner Zeit gab es eine Existenzgarantie für alle Betriebe. Wichtig ist, das es genügend gesunde Betriebe gibt, die den Ausstieg "1000-der" auffangen und abfedern können. Ich kenne einige Beispiele von deutlicher finanzieller Besserstellung nach dem Ausscheiden aus der Produktion!"
 
nurich schreibt: "Nein, es ist nicht die Milchkrise, er liegt daran, das man gemeint hat bzw meint, in der Landwirtschaft laufen die Uhren anders als in anderen Wirtschaftsbereichen. Ohne staatliche Eingriffe hätten wir in der Vergangenheit ein stärkeres aber kontinuierliches Aussteigen aus der Landwirtschaft gehabt, und nun kommt halt das Auslaufen der Betriebe geballt. Aber das ist doch bei allen staatlichen Eingriffen das selbe Spiel. Man verhindert keine Ereignisse, man verschiebt sie nur."
 
Miche hat eine andere Meinung: "Ob nun das Ende der Quote, das Russlandembargo oder der gesunkene Chinaabsatz, oder alles zusammen am derzeitigen Milchpreis schuld sind. Tatsache ist, es wird mehr produziert, als zu guten Preisen verkauft werden kann. Betriebe, die sich deiner Meinung nach drauf eingestellt haben und kräftig aufgestockt und sich verschuldet haben, sind jetzt am meisten betroffen. Die, die den "Ausstieg der 1000" jetzt auffangen sollen, sind dann bei der nächsten Krise dran. Das Spiel kann man lange weiter betreiben, aber was bringt es ? Noch billiger produzieren? Die ganze Welt mit EU Milch versorgen ?"
 
Passend zum Thema:
Milchkrise: Zur Quote führt kein Weg zurück
 
BBV: Diese 10 Punkte sollen Betrieben helfen

Kurzscheibenegge Maschio Presto

Benny303 möchte wissen: "Hat jemand von euch Erfahrungen mit der Presto? Hatte ne 5m Vorführer und war positiv überrascht, bis auf einigen Verstopfungen die mir nicht gefallen haben. Wie ist die Verarbeitungsqualität / Langlebigkeit der Lager und des Rahmens? Hattet ihr auch Verstopfungen?"
 
Doptrebo antwortet: "Hatten die 3m Version mal als Vorführer und im Senfbestand der nicht ordentlich abgefroren ist ordentliche Probleme (6ha ca. 15 Verstopfungen). Hatte mit der Horsch Jocker oder Lemken Rubin noch nie eine Verstopfung bei deutlich mehr Masse!"
 
Und Fehnland schreibt: "Bei viel Stroh null Funktion, Scheiben laufen über´s Stroh, nicht Kaufen!"
 
Darauf meint Benny303: "Hallo Fehnland, welche Scheiben waren da drauf dass sie übers Stroh lief? Hatte selbst die 510er Feingezackten drauf, sehr guter Einzug und Durmischung auch bei extreme Trockenheit (Horsch Jocker hoppelte nur überm Boden)."

Membran Weidepumpe

schurre fragt: "Wer hat eine Weidepumpe im Betrieb, wo die Kühe ihr Wasser selber  pumpen müssen und das Kalb auch noch was abbekommt? Ich wollte wissen, ob so etwas in der Praxis funktioniert."
 
Viehdokter antwortet: "Solche Pumpen haben doch meist einen Rand wo das Wasser stehen bleibt, da könnte sich das Kalb bedienen...  Auf Leichtgängigkeit der Mechanik achten! Hin und wieder klemmt ein Tropfen Öl !"
 
Auch tyr gibt wertvolle Tipps: "Ich weiß nicht welche Sorte Du genau meinst, aber die, die wir haben, funktionieren, und das seit vielen Jahren. Die Schwachstelle sind die Ventile am Ende des Schlauchs, die alle paar Jahre gewechselt werden müssen. Wenn Du das Wasser aus einem Bach nimmst, drauf achten, das er nicht zuviel Sand führt, setzt das Ventil zu. Ansonsten super Sache. Es ist auch empfehlenswert bei mehr als fünf Rindern mehr als eine da stehehn zu haben, zum einen, damit die sich davor nicht drängeln... das Saufen dauert doch bedeutend länger als bei einem Trog, und auch falls eins mal ausfällt.."

Weitere interessante Themen der vergangenen Woche:

Auch interessant