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Umwelt

Erst kein Regen, nun durchwachsen - Heuernte schwierig

© hapo/landpixel
von , am
24.06.2014

Offenbach - Schon Winter und Frühling waren viel zu trocken, und auch im Juni hat es bisher zu wenig geregnet. Nach dem heißen Pfingstwochenende ist das Wetter vielerorts durchwachsen.

Erst zu wenig Regen, nun durchwachsen. Die Heuernte fordert auch in diesem Jahr wieder gute Nerven. © hapo/landpixel
Landwirte, die von ihren Grünlandflächen Heu ernten wollen, werden in diesem Jahr auf eine Geduldsprobe gestellt. So haben in einigen Regionen Niedersachsens die heißen Pfingsttage nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes gute Bedingungen für die Heuernte gebracht und das zügige Einholen des ersten Heuschnitts ermöglicht. Anderenorts dagegen waren das Pfingstwochenende schon von Gewittern geprägt. Seither zeige sich das Wetter durchwachsen. Dort, wo Landwirte ihre Flächen unter speziellen Umwelt- und Naturschutzauflagen bewirtschaften, dürfen die Flächen oft erst ab Mitte Juni oder Anfang Juli gemäht werden. Das hier geerntete, strukturreiche Gras wird vor allem von Pferdehaltern, Schafhaltern und Mutterkuhhaltern verfüttert.

Landwirte warten auf Heuwetter

Wird das Heu zu feucht eingefahren, besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Feuchtes Heu erhitzt sich zudem stark und kann sich im schlimmsten Fall sogar selbst entzünden. Um ein Heu in guter Qualität zu bekommen, muss das Gras, je nach Bodenbedingungen und Wetterlage, rund fünf Tage lang auf dem Feld abtrocknen, schreibt Landvolk Niedersachsen weiter.
Die Landwirte wünschen sich nun sommerliches Heuwetter, um die strukturreichen Gräser von den Flächen zu bekommen und Folgeaufwüchsen Platz zu machen. Für diese und den Beginn der kommenden Woche ist der Umschwung zu stabilen Hochdruckwetterlagen aber noch nicht in Sicht, bedauert Corina Schube vom Deutschen Wetterdienst in Braunschweig. Die Ernte von Silage, die weniger lange auf dem Feld liegen muss, könnte in dieser Woche glücken. Dazu müsste das Gras aber vor den Regenschauern am Freitag eingefahren werden. Prognosen für den Sommer wagt der Wetterdienst nicht, solche langfristige Vorhersagen hätten sich bislang als wenig belastbar erwiesen.
 
Heute ist es verbreitet wechselnd bis stark bewölkt, am ehesten kommt im Südwesten noch länger die Sonne durch, meldet der Deutsche Wetterdienst. Dazu kommt es gebietsweise zu Schauern, vor allem im Nordosten und im südlichen Bergland auch zu Gewittern.

Zu wenig Regen auch im Juni

Seit dem 1. Juni sind nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Deutschland im Schnitt erst 22 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, ein Viertel des Monatssolls von 85 Litern. Besserung ist nicht in Sicht: "Dieses Defizit wird bis zum Monatsende nicht mehr aufgeholt", sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich am Montag. Besonders betroffen ist der Süden, während in Mecklenburg-Vorpommern fast normale Werte verzeichnet werden. In Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen sind in den ersten drei Juni-Wochen örtlich erst zehn Prozent des Niederschlagssolls gefallen. Die Waldbrandgefahr steigt. Am Montag galt in weiten Teilen Deutschlands die zweithöchste Gefahrenstufe vier, in Teilen Ostdeutschlands sogar die höchste Stufe fünf.
 
Seit Monaten ist in Deutschland zu wenig Regen gefallen. In den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar registrierte der DWD ein Drittel weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Im Frühling - von März bis Mai - fehlten unter dem Strich 21 Prozent am Regensoll. Dazu gab es viel Sonnenschein, so dass die Böden immer mehr austrockneten. Anfang April war der Boden unter den Getreidefeldern so trocken wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung 1962, so dass viele Felder bewässert werden mussten. Nur im Mai fiel mehr Regen als sonst - es war nach Angaben des DWD der erste niederschlagreiche Monat des Jahres.
 
 
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