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Ernährung und Gesundheit

Erste Bilanz im Kampf gegen illegale Fischerei

Externer Autor
am
06.02.2014

'Illegaler Fisch? Nein, Danke!' - Seit dem Beschluss der EU vor vier Jahren, die illegale Fischerei intensiv zu bekämpfen, war es nun an der Zeit, erste greifbare Ergebnisse zu präsentieren.

Ziel der am 01. Januar 2010 in Kraft getretenen EU-Verordnung war es, illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei (IUU) zu verhindern und zu unterbinden. Illegale Fischerei sollte im Rahmen dieses Programmes innerhalb sowie außerhalb Europas bekämpft werden. "Null Toleranz", lautete damals die Devise. Nach nun vier Jahren legte EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki in einem Bericht mit dem Titel "Illegal fish? No, thanks" Maßnahmen und Ergebnisse seit 2010 vor. Und sie kann eine erste positive Bilanz ziehen.

Kampf mit modernster Technik

Dank effizienter Kontrollen durch die European Fisheries Control Agency (EFCA) in EU- Häfen sowie massiver Investitionen in modernste Technologien, wurden bereits zahlreiche Fälle illegaler Fischerei aufgedeckt. Laut Generaldirektion für Maritime Angelegenheiten und Fischerei wurden in den vergangenen Jahren 185,2 Millionen Euro in Technik investiert und 12.000 Schiffe im Kampf gegen IUU-Fischerei ausgestattet. Schiffsüberwachungssysteme (VMS) sowie elektronische Aufzeichnungs- und Meldesysteme in Kombination mit Datenbanken und IT-Netzwerken überführten internationale Fischereisünder.

Sieben Millionen Euro Strafgelder

So gab es bei mehr als 230 Kontrollen durch die EU über 200 Verdachtsfälle bei Fischereifahrzeugen aus 27 Ländern, wie das Fischmagazin berichtet. Von ihnen erhielten am Ende etwa 50 Schiffe Geldstrafen in Höhe von insgesamt mehr als sieben Millionen Euro. Eines der nächsten Ziele der EU ist nun die Einführung eines "weltweiten Fangzertifikates", um letztlich endgültige Transparenz über den Fangort sicherzustellen, so das Fischmagazin.

Großer Erfolg im Atlantik

Auch geographisch eng eingrenzbare Erfolge mit weitreichenden Folgen sind zu verzeichnen. So wurden auf den Kanarischen Inseln die Kontrollverfahren bei allen Anlandungen durch Fischereifahrzeuge aus Drittstaaten verschärft. Infolgedessen beendeten einige asiatische Schiffe, die bereits illegaler Aktivitäten verdächtigt wurden, die Anlandung im Hafen von Las Palmas oder sie verzichteten gleich ganz auf einen Export nach Europa.

Kooperation mit Drittländern

Da das Problem nicht nur durch verschärfte Kontrollen behoben werden soll, sondern sich das Bewusstsein auch in Herkunftsländern illegaler Fangflotten selbst verstärken müsse, arbeitet die EU eng mit Drittstaaten zusammen. So erfolgt in Indonesien gerade eine Überarbeitung des gesamten Fischereimanagements, unterstützt durch Know-how und Expertenrat der EU. Damanaki lobt ebenso Länder wie Sri Lanka, Panama, Marokko, die Ukraine und Chile, die unter anderem bereits am EU-System orientierte Veränderungen vorgenommen hätten.

Weiterhin schwarze Schafe

Es gebe jedoch weiterhin zahlreiche uneinsichtige Länder, die zu keinerlei Kooperation bereit seien. "Andere Länder hingegen, wie Belize, Kambodscha und Guinea, zeigte sich als nicht ansprechbar und bewegten sich deshalb einen Schritt weiter auf die wirtschaftlichen Vergeltungsmaßnahmen durch die EU zu", so die EU. Eine besonders hartnäckige Herausforderung sei zudem die Schwarzmeerregion, so Damanaki.

Förderung in Millionenhöhe für 2014

Durch die technische Förderung der EU in Höhe von insgesamt 32 Millionen Euro, die im Laufe der letzten drei Jahre an mehr als 55 Entwicklungsländer gingen, erzielte man in vielen Gegenden Erfolge. Für 2014 wird eine Investition von etwa 150 Millionen Euro erwartet, um neue Patrouillen- und Kontrollschiffe, Flugzeuge und weitere Ausrüstung für die Durchsetzung der EU-Fischereigesetze bereitzustellen. Zudem wird der neue Europäische Meeres- und Fischereifonds (EMFF) Maßnahmen, Technik und innovative Entwicklungen mit 480 Millionen Euro unterstützen.
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