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Gefährliche Krankheit

Erste Fleckfieberübertragung durch eine Zecke in Deutschland

Hyalomma-Zecke
am Donnerstag, 15.08.2019 - 09:51 (Jetzt kommentieren)

Erstmals wurde in Deutschland ein Mensch durch eine Zecke mit Fleckfieber infiziert. Der Pferdehalter wurde von einer tropischen Riesenzecke gestochen.

Nachdem die ersten eingechleppten Hyalomma-Riesenzecken in Deutschland überwintert haben, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis eine von ihnen einen Menschen mit Zecken-Fleckfieber infiziert. Jetzt haben Forscher die Erreger bei einer Zecke und dem von ihr gestochenen Menschen nachgewiesen.

Nach Zeckenstich schwer erkrankt

Ein Pferdehalter aus dem Raum Siegen (Nordrhein-Westfalen) hatte Ende Juli eine Hyalomma-Zecke, die ihn gestochen hatte, an die Universität Hohenheim geschickt.

Nur wenige Tage später erkrankte der Mann schwer, seine Symptome ließen auf Zecken-Fleckfieber schließen. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert und erfolgreich mit Antibiotika behandelt.

Fleckfieber führt zu dramatischen Symptomen

Bei der Zecke wurde nun der Erreger Rickettsia aeschlimannii nachgewiesen. Das Bakterium verursacht einen schweren Infekt mit Fieber, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Der Patient hat das Gefühl, zu verbrennen. Ihren Namen erhielt die Krankheit wegen des typischen, fleckigen Hautausschlages.

Bis lang gab es in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nur ganz vereinzelte Fleckfieberfälle. Alle Patienten hatten sich im Ausland infiziert. Das ist bei diesem Fall erstmalig anders.

Mit Zugvögeln aus den Tropen eingewandert

Die Hyolomma-Zecke lebt eigentlich in den Tropen, wurde aber in den vergangenen Monaten immer häufiger auch in Deutschland gefunden. Gab es im Jahr 2018 nur 35 Nachweise, liegt diese Zahl in diesem Jahr jetzt schon bei 50. Das liegt vor allem am milden Winter in vielen deutschen Regionen, der die Zecken erstmalig hier überwintern ließ.

Laut Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim, trägt etwa jede zweite Hyalomma-Riesenzecke den Fleckfiebererreger.

Bei Stich Arzt informieren

Die Hyalomma-Zecken stammen aus den Trocken- und Halbtrockengebieten in Afrika, Asien und Südeuropa. Von den hiesigen Zecken wie etwa dem Gemeinen Holzbock kann man sie leicht unterscheiden: Sie sind mit bis zu zwei Zentimetern Länge wesentlich größer und haben auffällig gestreifte Beine. Bislang wurden Hyalomma-Zecken meist mit Zugvögeln nach Deutschland transportiert.

Die Hyalomma-Zecke kann auch gefährlichere Krankheiten als das Fleckfieber übertragen, beispielsweise das hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber.

Die Größe der Zecke hat allerdings auch einen Vorteil: Sie kann sich in der Regel nicht unbemerkt am menschlichen Körper festsetzen. Wer eine solche Hyalomma-Zecke an sich bemerkt, sollte sie entfernen, bevor sie zustechen kann. Kam es doch zu einem Stich, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

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