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Wirtschaft

Erzkonzerne steigen massiv ins Kaligeschäft ein

Externer Autor
am
09.02.2010

White Plains - Der US-Agrarkonzern Bunge hat bekanntgegeben, sein Düngemittelgeschäft in Brasilien zum Barpreis von 3,8 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) an den südamerikanischen Bergwerkskonzern Vale zu verkaufen.

Vale erwirbt damit Bunges Anteil von 42,3 Prozent am Unternehmen Fosfertil sowie Bunges Phosphorwerke in Brasilien. Ihre Vertriebsorganisation für Düngemittel werden die Nordamerikaner hingegen vorerst behalten und wollen sich mit Vale befristet bis 2012 auf einen Liefervertrag einigen, der um ein weiteres Jahr verlängert werden kann. An seinen Düngemittelsparten in Argentinien und den Vereinigten Staaten will Bunge ebenso festhalten wie an seinem 50-prozentigen Anteil an einem Joint Venture in Marokko.

Vorstandschef Alberto Weisser begründete den Verkauf des Brasilien-Geschäfts damit, die Aktivitäten auf den globalen Agribusiness- und Lebensmittelmärkten ausweiten und in Wertschöpfungsketten wie im Zuckersektor expandieren zu wollen. Einen Teil der Erlöse aus dem Verkauf der Düngemittelaktivitäten wolle man zur Schuldentilgung einsetzen. Den Zeitpunkt für den Ausstieg aus dem Düngemittelgeschäft hält Weisser für günstig. Für Wachstum in diesem Bereich hätte ein hoher Kapitalbedarf bestanden, der angesichts unsicherer Düngemittelpreise und Wechselkursentwicklungen anderswo besser angelegt sei. "Außerdem treten globale Bergwerkskonzerne in der Branche auf und diversifizieren ihr Portfolio", so Weisser zum Wettbewerbsumfeld.

Extrem volatiler Markt

Bestätigt wurde der Bunge-Vorstandsvorsitzende in seinen Äußerungen von den Aktivitäten des australischen Konzerns BHP Billiton, der kurz nach der Bekanntgabe des Bunge-Geschäfts mit Vale ankündigte, zum Preis von 341 Millionen kanadische Dollar (228 Millionen Euro) den kanadischen Kaliförderer Athabasca Potash (API) zu erwerben. API gehörten das Burr-Projekt sowie verschiedene Pottasche-Erkundungsfelder in der Provinz Saskatchewan, erklärte BHP Billiton. In dieser Provinz verfüge API auf einer Fläche von rund 6.900 Quadratkilometer über eine der umfangreichsten Erkundungsgenehmigungen.

Preiserholung erwartet

Das Burr-Projekt liege in der Nähe des eigenen Jansen-Vorhabens, teilte BHP mit. In den Kalimarkt steigt der australische Minenkonzern zu einer Zeit vergleichsweise niedriger Preise ein. In der zweiten Jahreshälfte 2008 waren die Kalipreise kurzzeitig über die Marke von 1.000 Dollar (707 Euro) pro Tonne gestiegen, sind seitdem aber stark gefallen und lagen im Januar bei etwa 360 Dollar (255 Euro). Mit einer Erholung der Wirtschaft wird aber auch wieder mit anziehenden Kalipreisen gerechnet. (AgE)

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