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Weniger tierische Produkte gegen Hungerkatastrophe

Esst weniger Fleisch! Netz diskutiert über Svenja Schulze Appell

Entwicklungsministerin Svenja Schulze blickt in die Kamera
am Mittwoch, 30.03.2022 - 11:03 (9 Kommentare)

In einem Interview appellierte Entwicklungsministerin Svenja Schulze weniger Fleisch und andere tierische Produkte zu essen. Getreide gehöre zuallererst auf den Tisch. Mit ihren Aussagen löste sie heftige Diskussionen im Netz aus.

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) führte gestern ein Interview mit Entwicklungshilfeministerin Svenja Schulze (SPD). Mit ihren Aussagen löste sie heftige Diskussionen aus. Denn im Gespräch appelliert sie an die Verbraucher in Deutschland und der EU, weniger Fleisch zu essen.

Hungerkatastrophe verhindern: Getreide nicht als Futter nutzen

Wie könne man angesichts des Kriegs in der Kornkammer der Welt eine drohende Hungerkatastrophe verhindern? Solle man aufhören, Weizen zu verfüttern oder ihn für Biokraftstoffe zu verwenden?, so die Frage des RND.

Wenn ein Produkt knapp sei, so müsse auch der Verbrauch gedrosselt werden, erklärte Schulze. Getreide gehöre zuallererst auf den Tisch – und zwar ohne den Umweg über den Futtertrog. […] 60 Prozent des weltweit produzierten Maises werde an Tiere verfüttert, in der EU sei es bei Weizen ähnlich, so die Ministerin weiter.

Weniger tierische Produkte auf dem Teller: Mehr Getreide anbauen

Sie wolle niemandem Vorschriften beim Essen machen, aber schon auf einen wichtigen Zusammenhang hinweisen: „Es würde der Getreideversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern mittel- und langfristig sehr helfen, wenn wir in den reichen Ländern weniger tierische Produkte essen würden.“

Wenn man in Deutschland die Schweinefleischproduktion um 30 Prozent reduzieren würde, wäre eine Ackerfläche von einer Million Hektar frei – etwa ein Zehntel der Ackerfläche in Deutschland. Darauf könne man fünf Millionen Tonnen Getreide anbauen. Das gehe nicht über Nacht. Aber längerfristig würde das die Versorgungslage verbessern, meint Schulze weiter.

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