Login
Ernährung und Gesundheit

Etikettenschwindel: 124 Betriebe in Deutschland betroffen

© petunyia/fotolia
pd/ez
am
12.04.2013

Berlin - Falsch etikettiertes Fleisch aus den Niederlanden ist auch nach Deutschland gelangt. Betroffen sind bis auf das Saarland und Bremen alle Bundesländer.

Die Preise für Rindfleisch sind aktuell deutlich über dem Voprjahresniveau. © Mühlhausen/landpixel
Über zwei Jahre hinweg soll ein niederändischer Betrieb Rind- mit Pferdefleisch vermengt und falsch etikettiert haben. Den Behörden gegenüber konnte der Betrieb die betroffenen Lieferungen weder spezifizieren noch eingrenzen. Mit der Konsequenz, dass die komplette Produktion von 2011 bis 2013 für den Handel gesperrt und zurückgerufen wurde.
 
Mitterweile ist bekannt, dass in Deutschland 124 Händler, weiterverarbeitende Betriebe und Metzgereien von dem niederländischen Betrieb beliefert wurden. Betroffen sind bis auf das Saarland und Bremen alle Bundesländer.
 
Fleisch teilweise bereits konsumiert
 
Die Namen der betroffenen Betrieben sind gestern über das europäische Schnellwarnsystem RASFF ermittelt worden. Aktuell wird die betroffene Ware rückverfolgt und vom Markt genommen. Ein Teil des Fleisches wurde vermutlich bereits konsumiert, im Umlauf ist dem Vernehmen nach hautpsächlich noch Tiefkühlware. Betroffene Produkte könnten aber schon vor Wochen vom Markt genommen worden sein, weil bereits damals durch DNA-Tests Pferdefleisch nachgewiesen wurde.

Niedersachsen: Zehn Betriebe beliefert

In Niedersachsen sind nach derzeitigem Kenntnisstand zehn Betriebe in sechs Landkreisen und einer kreisfreien Stadt (LK Cloppenburg, LK Göttingen, LK Hildesheim, LK Osnabrück, LK Stade, LK Vechta, Stadt Oldenburg) unmittelbar von dem niederländischen Betrieb beliefert worden. Mögliche weitere Vertriebswege ausgehend von den zehn  Betrieben werden momentan behördlich ermittelt.

Mecklenburg-Vorpommern: Vier Betriebe betroffen

In Mecklenburg-Vorpommern weisen die Lieferlisten vier Betriebe aus. Das Landwirtschaftsministerium hat über die für Lebensmittelkontrollen zuständigen Überwachungsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte die Rückverfolgung möglicherweise falsch etikettierter Ware eingeleitet. Ein weiterer Betrieb hat entsprechende Ware über einen Großhändler aus Nordrhein-Westfalen erhalten; diese Ware ist bereits Mitte März aus dem Handel zurückgerufen worden.
Auch interessant