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Politik EU

EU-Agrarforschung: Ciolos fordert Verbesserung

© Finecki/fotolia
von , am
08.03.2012

Brüssel - Für den EU-Agrarkommissar hat die Agrarforschung zu lange im Schatten der Labors gestanden. Jetzt will Dacian Ciolos die Mittel aufstocken.

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Er stellte am Mittwoch auf einer Konferenz zur Innovation in der Landwirtschaft seine beiden Verbesserungswünsche vor. Zum einen sollen die Mittel aus dem EU-Haushalt für die Agrarforschung auf EUR 4,7 Milliarden für die Jahre 2014 bis 2020 aufgestockt werden. Das bedeutet in etwa eine Verdoppelung der Mittel gegenüber der laufenden Finanzierungsperiode. Zweitens sollen die Landwirte unter dem Schlagwort einer "Innovationspartnerschaft" enger an die Forschung gebunden werden. Ciolos stellte sich Kooperationsverträge im Rahmen der 2. Säule der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) vor. Landwirte bekommen dabei die Aufgabe, den Wissenschaftern und Beratern Aufgaben aus ihrem betrieblichen Alltag zu stellen.

Landwirte stärker einbinden

Die Ergebnisse der Forschung sollen von Landwirten gleich auf ihre Praxis-Tauglichkeit geprüft werden. Dabei dürfe kein Betriebs-Modell und keine Produktionsform ausgeschlossen werden, betonte der Agrarkommissar. Die Forschung habe inzwischen vielschichtige Ziele. In den 70er-Jahren sei es lediglich um die Steigerung der Produktivität gegangen. Jetzt käme der Erhalt der natürlichen Ressourcen hinzu, der Klimaschutz oder die Position der Landwirte in der Vermarktungskette. Wegen der vielschichtigen Anforderungen sei es umso wichtiger, Landwirte einzubinden und die Abstimmung zwischen Theorie und Praxis zu verbessern. Agrarforschungseinrichtungen sollten ihre Türen öffnen und ihr Wissen allen zur Verfügung stellen, forderte Ciolos. Außerdem regte er auf der Konferenz ein "Wikipedia" für die Landwirtschaft an.

Video: Ciolos geht auf Tuchfühlung

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