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Politik EU

EU-Agrarrat: Pflanzenschutzmittel auf der Tagesordnung

von , am
14.04.2011

Luxemburg - Im EU-Agrarministerrat geht es heute um die Zulassungsverlängerung eines Pflanzenschutzmittels: Die Minster stimmen über den Wirkstoff Carbendazim ab.

Gutachter empfehlen einn "Hektar-Basispreis" von 20 Euro für maximal zulässige Aufwandmenge je PSM für einen Hektar im Jahr. © Mühlhausen/landpixel
Der Wirkstoff Carbendazim wird im Getreide-, Ölsaaten- und Maisanbau als Fungizid eingesetzt. Er fand im November im Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit nicht die notwendige qualifizierte Mehrheit. Sollte dies auch im Ministerrat der Fall sein, will die Kommission den Wirkstoff auch ohne Zustimmung des Rates um 3,5 Jahre verlängern.

Studie zum Fungizideinsatz

Eine aktuelle Studie zur Wirkung von Beschränkungen des Fungizideinsatzes im Ackerbau des Instituts für Agribusiness kommt zu dem Ergebnis, dass Landwirte mit Ertrags- und Gewinneinbußen rechnen müssten. Die Studie behandelte allerdings speziell die Wirkstoffgruppe der Triazole. Der Wirkstoff Carbendazim gehört der Gruppe der Benzimidazole an.
 
"Neuere Entwicklungen in der Pflanzenschutzpolitik der Europäischen Union könnten zu einer deutlichen Einschränkung der Bekämpfungsmöglichkeiten bei Pilzerkrankungen in Ackerbaukulturen führen. Besonders betroffen wäre die Wirkstoffgruppe der Triazole, die nach dem aktuellen Kenntnisstand nur eingeschränkt durch andere Wirkstoffgruppen ersetzt werden könnte", fasst Agribusiness die Ergebnisse der Studie zusammen.

Agrarrat: Fischfang und Kennzeichnung von Produkten aus Bergregionen

Neben der Zulassungsverlängerung des Pflanzenschutzmittels diskutieren die EU-Agrarminister heute auch über die Kennzeichnung und Vermarktung von Produkten aus Bergregionen sowie Binnenfischerei.
 
Die EU-Kommission hat bei der Vorstellung ihres Qualitätspaketes im Dezember 2010 die Bergregionen außen vorgelassen, um zunächst eine Folgeabschätzung abzuwarten. Ungarn macht nun Druck. Der Verbraucher vertraue insbesondere lokalen Erzeugnissen und Produkten aus Gebirgsregionen, betont die Präsidentschaft in einer Vorlage für den Ministerrat. Dieser Aspekt werde bisher ganz unterschiedlich genutzt, weshalb es sinnvoll sei, einheitliche Regeln in der EU-Qualitätsrichtlinie zu entwickeln.
 
Die Minister aus den EU-Binnenstaaten Österreich, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Luxemburg wollen sich heute für eine intensivere Förderung der Süßwasser-Fischzucht einsetzen. Um die zukünftige Versorgung der Bevölkerung mit Fischereiprodukten zu gewährleisten, will die EU die Fischzucht im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit und des Umweltschutzes ausbauen und verstärkt im neuen Europäischen Fischereifonds (EFF) ab 2014 berücksichtigen.

Berggebietskonferenz in Oberammergau: Herkunftskennzeichnung vereinbart (14. April 2011)
 


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